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Gefahr der Ausbeutung von Crowdworkern verringern

Internationale Resolution, damit Crowdworker mehr Rechte bekommen

Arbeitnehmerorganisationen und Gewerkschaften aus sechs Ländern haben erstmals ein gemeinsames Papier vorgelegt, das sich mit den Rechten von Crowdworkern befasst. Aus Österreich sind die Arbeiterkammer und der Gewerkschaftsbund Unterstützer der Initiative. "Nur weil Arbeit übers Internet organisiert wird, dürfen die Rechte der arbeitenden Menschen nicht brüchig werden", sagt AK Expertin Sylvia Kuba. Karin Zimmermann vom ÖGB ergänzt: "Plattformen agieren international. Es wird darum in Zukunft noch wichtiger sein, auch internationale Standards zu setzen, um Arbeitende bestmöglich abzusichern."

In der "Frankfurter Erklärung" wird erstmals aufgelistet, welche Bedingungen es braucht, damit die Gefahr der Ausbeutung von Crowdworkern verringert wird. Crowdworker (auch Klickarbeiter genannt) verdienen über Online-Plattformen mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten Geld, allerdings sind auch die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit völlig unterschiedlich. Damit Crowdworker mehr Rechte bekommen, haben sich Arbeitnehmerorganisationen und Gewerkschaften aus sechs Ländern zusammengeschlossen und gemeinsam einen Rechte-Katalog erarbeitet.

Wichtige Eckpfeiler dabei sind:

  • Koalitionsrecht: Plattformen sollen Crowdworkern in ihren Geschäftsbedingungen nicht verbieten können, sich zu organisieren.
  • Entgelt: Plattform-Arbeit sollte mindestens so entlohnt werden, dass ihr Gehalt den am Standort der Beschäftigten geltenden Mindest-oder Kollektivvertragslöhnen entspricht.
  • Soziale Absicherung: Auch Crowdworker sollen unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus Zugang zu sozialer Absicherung haben.
  • Wahrung des nationalen Rechts und internationaler Prinzipien: Auch Online-Plattformen müssen sich an geltendes Recht halten und sollen versuchen, auf kommunaler und nationaler Ebene mit Stakeholdern zusammenzuarbeiten.
  • Klärung des Beschäftigungsverhältnisses: Für die Betroffenen muss klar sein, ob sie Angestellte oder Auftragnehmer sind.
  • Schlichtung: Bei Konflikten zwischen Kunden und Beschäftigten soll auch die Plattform Verantwortung übernehmen.
  • Transparenz: Sowohl gegenüber den Crowdworkern als auch gegenüber der Öffentlichkeit sollen Plattformbetreiber mehr Transparenz bieten.

"Mit der Frankfurter Erklärung legen wir einen Diskussionsimpuls vor, der umreißt, wo wir die wichtigsten Knackpunkte beim Arbeiten über Plattformen sehen", betonen die Expertinnen von AK und ÖGB, Sylvia Kuba und Karin Zimmermann. Das Papier soll eine Grundlage für Diskussionen und Aktivitäten sein, mit dem Ziel, mehr Demokratie in die neuen digitalen Arbeitsplätze zu bringen, Crowdworking arbeitnehmerfreundlicher zu regeln und "gute Arbeit" auch in den digitalen Arbeitsmarktplattformen zu ermöglichen.

Mehr Infos unter: https://wien.arbeiterkammer.at/frankfurtererklaerung

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