www.oegb.at

Gesundheitsversorgung der Menschen verbessern

Planlose Zusammenlegungen einzelner Kassen bringt nichts

Die hohe Zufriedenheit der Menschen mit Österreichs Gesundheitssystem liegt daran, dass 99,9 Prozent der Bevölkerung Zugang dazu haben, weil sie sozialversichert sind. „Diese hohe Zufriedenheit muss erhalten werden: durch Sicherung des allgemeinen und einfachen Zugangs, durch verbesserte Leistungen, und durch Erhalt der bewährten Selbstverwaltung in der Sozialversicherung – aber nicht durch planlose Zusammenlegungen und Kasterlzeichnen im Organigramm“, sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB und stv. Vorsitzender des Hauptverbands, anlässlich der heute präsentierten WKÖ-Überlegungen zur künftigen Struktur der Sozialversicherung.

Die Organisation des Sozialversicherungssystems in den Sparten Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung hat sich bewährt, ebenso die Organisation der Krankenkassen nach Bundesländern. „Erstaunlich, dass die WKÖ, die wie auch die Ärztekammern selbst in neun Landesorganisationen gegliedert ist, ausgerechnet die Krankenkassen zusammenlegen will“, sagt Achitz. Zu sparen gäbe es dabei wenig, denn der Anteil der Verwaltungskosten ist schon heute sehr niedrig, und wo es sich auszahle, würde ohnehin kooperiert, wie etwa im IT-Bereich.

Leistungen auf hohem Niveau angleichen

Sinnvoller als wöchentlich neue Ideen zu präsentieren, wäre es natürlich, die Ergebnisse der von Sozialminister Alois Stöger bei der renommierten London School of Economics in Auftrag gegebenen Effizienzstudie abzuwarten. „Da nun aber alle ihre Ideen auf den Tisch legen, sei auch von Seiten des ÖGB auf nötige Reformen hingewiesen. In einem Punkt hat die WKÖ-Studie recht: Zeitgemäß wäre es zum Beispiel, die Leistungen der unterschiedlichen Kassen anzugleichen. Das darf aber keinesfalls zu Leistungskürzungen und neuen Selbstbehalten führen“, so Achitz.

Dafür ist es aber notwendig, dass das Ungleichgewicht der finanziellen Ausstattung der einzelnen Kassen zum Thema wird. „Die Struktur der Versicherten ist dermaßen unterschiedlich. Manche Träger können sparen, andere nicht. Deshalb braucht es einen funktionierenden Strukturausgleich“, fordert Achitz.

Regulierung der Medikamentenpreise andenken

Ein Punkt, der bei der WKÖ leider nicht erwähnt wird, sind die steigenden Medikamentenkosten. „Wenn die Preise für Medikamente Höhen erreichen, die die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Gefahr bringt, müssen die Preise reguliert werden“, sagt Achitz.

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

ÖGB Newsletter

Hier erhalten Sie wöchentlich die wichtigsten Informationen des ÖGB zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Berichte, Veranstaltungstipps und vieles mehr.
Geschlecht
Geschlecht:
Name
Newsletterformat
Newsletter-Format:
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt