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ÖGB: Gute Pflege für alle! Österreich braucht uns.

Tag der Pflege: Einheitliche Personalbedarfsrechnung dringend erforderlich

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege schlossen sich die Gewerkschaften GÖD, GPA-djp, vida und younion auf Initiative der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe zusammen, um auf die herausfordernde Situation in der Pflege aufmerksam zu machen. Ziel ist es, gemeinsam ein klares Zeichen für die Gesundheits- und Krankenpflege zu setzen: Österreich braucht gute Pflege – ob in der Hauskrankenpflege, den Pflegewohnhäusern, den Spitälern, ob selbstständig, ob bei privaten oder öffentlichen Trägern.

„Die Belastungen für Pflegekräfte in Krankenhäusern, Pflegeheimen und in der mobilen Pflege steigen ständig. Es ist höchste Zeit, die Situation der Betroffenen deutlich zu verbessern. Dazu braucht es eine bundesweit einheitliche Personalbedarfsberechnung, die keine Schummeleien zulässt“, fordert der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Willibald Steinkellner, bei der Pressekonferenz im Vorfeld der Pflege-Demo: „Die Personalbedarfsberechnung muss gesetzlich verankert werden. Sie soll allen Betreibern von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen die Mindestanzahl und die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwingend vorschreiben. Nur so können wir Mindeststandards und faire Arbeitsbedingungen sicherstellen.“

ÖGB-Vizepräsident und GÖD-Vorsitzender Norbert Schnedl: „Die derzeitige Lage in der Pflege ist bestimmt durch viel zu wenig Personal sowie durch den falschen Einsatz im „skills and grade“-Mix. Wenig qualifiziertes Personal muss das Fehlen von Fachkräften kompensieren. Die Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen versuchen jeden Tag, die fehlenden Ressourcen mit Höchstleistungen auszugleichen, aber jetzt ist der Punkt erreicht, wo es einfach nicht mehr geht. Die Kollegenschaft ist an ihrer Belastungsgrenze angekommen, die Ausfälle durch beruflich bedingte Krankheiten und Burn-out steigen. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, braucht es neben einer einheitlichen Personalbedarfsberechnung auch einheitliche qualitative Mindeststandards in den Pflege- und Betreuungseinrichtungen.“

Christa Hörmann von der younion _ Die Daseinsgewerkschaft erwartet sich in Zukunft von der Politik, „nicht nur rasch Gesetze zu beschließen – sondern dass bereits bei Beschlusslage die dafür notwendigen Rahmenbedingungen vorliegen. Denn wie kann man ein Gesetz vollziehen, wenn es die notwendigen Rahmenbedingungen dazu nicht gibt. Das spüren die Menschen tagtäglich, und das schürt große Unzufriedenheit."

„Pflege und Betreuung brauchen mehr Unterstützung, im Sinne der Patientinnen und Patienten sowie Klientinnen und Klienten, vor allem aber auch im Interesse der Beschäftigten“, fordert Eva Scherz, Wirtschaftsbereichssekretärin der GPA-djp und Kollektivvertragsverhandlerin im Gesundheits- und Sozialbereich, „daher gibt es in der GPA-djp sowie in der vida auch eine Forderung nach einer Verkürzung der Arbeitszeit. Das würde sich positiv auf die Gesundheit der Beschäftigten auswirken. Physische und psychische Belastungen sinken, die Beschäftigten würden gesünder und leistungsfähiger bleiben.“

 

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