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GPA-djp-Fetik/Per: Turbo bei der Gleichstellung einschalten

Fairer Lohn für gute Leistung – die Wirtschaft ist gefordert

„Der Kurs stimmt, das Tempo noch nicht. Fortschritte in Sachen Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern gelingen, aber nur im Schneckentempo. Die Gehaltsunterschiede haben sich in den vergangenen Jahren nur minimal verringert“, kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) anlässlich des morgigen Equal Pay Days 2017: Der Einkommensnachteil für Frauen beträgt immer noch 21,7 Prozent, ab morgen arbeiten Frauen im Vergleich zu Männern sozusagen zum Nulltarif.

Es brauche mehr gute Beispiele wie den neuen Kollektivvertrag für die rund 400.000 Angestellten im Handel, auf den sich die Sozialpartner im Juli geeinigt haben, so Fetik weiter: „Höhere Einstiegsgehälter, bessere Tätigkeitsbeschreibungen und damit Einstufungen sowie die volle Anrechnung von zwei Jahren Karenzzeit pro Kind – das hat sozialpolitische Vorbildwirkung in einer Frauenbranche, damit sind wir dem Lückenschluss in der Einkommensschere wieder einen Schritt nähergekommen.“

Weitere Maßnahmen müssen folgen, fordert GPA-djp-Frauensekretärin Songül Per: „Ich meine wichtige Rahmenbedingungen wie das Recht auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr, ein ausreichendes Angebot von Ganztagsschulen und die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, damit Chancengleichheit kein Lippenbekenntnis bleibt“.

Frauen brauchen eine echte Wahlmöglichkeit, ergänzt Fetik: „Betreuungspflichten, die zu einer Reduktion von Arbeitszeit oder zur Unterbrechung der Erwerbsarbeit führen, lassen die Einkommensschere und den Pensions-Gap noch weiter aufgehen – denn geringes Einkommen bedeutet geringere Leistungen für die Arbeitslosen- und Pensionsversicherung. Damit sind besonders Frauen von der Altersarmut betroffen. Das kann so nicht hingenommen werden, dagegen müssen wir kämpfen.“

Von den zentralen GPA-djp Forderungen nach einem kollektivvertraglichen Mindestgehalt von 1700 Euro bei Vollzeitbeschäftigung und einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich würden vor allem Frauen profitieren, so Fetik und Per abschließend: „Frauen leisten den Löwenanteil der gering oder gar nicht bezahlten Pflege und Betreuung – sie verdienen mehr Fairness durch Einkommen, die Wirtschaft ist gefordert. Bei der Gleichstellung muss endlich der Turbo eingeschaltet werden!“

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