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Verhandlungen über Eurowings-Kollektivvertrag unterbrochen

„Beschäftigte sollen mit absurden Angeboten über Tisch gezogen werden.“

„Wir haben die seit über einem Jahr laufenden Verhandlungen für einen Kollektivvertrag für die Beschäftigten bei Eurowings ergebnislos unterbrochen. Wann es weitergeht, ist nicht absehbar“, so Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida. „Die von der Geschäftsführung angebotenen Bedingungen sind eine Bruchlandung erster Klasse. So erreichen wir auch in absehbarer Zeit keine Lösungen. Ergebnisorientierte Verhandlungen sehen anders aus!“, zeigt sich der vida-Gewerkschafter empört.

Vorgelegte Angebote sind blanker Hohn

Schwarcz und sein Verhandlungsteam fordern faire Bedingungen für die von Eurowings Europe beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Es kann doch nicht sein, dass ein Österreicher, der in München stationiert ist, substantiell weniger bekommt als ein deutscher Kollege, der den gleichen Job, im gleichen Flugzeug, bei der gleichen Firma, am gleichen Ort macht. Das ist doch völlig absurd!“, so Schwarcz. „Damit aber nicht genug: In Österreich wird PilotInnen und FlugbegleiterInnen, die für Eurowings arbeiten wollen, deutlich weniger geboten als jenen, die in Deutschland tätig sind. Das entbehrt jeder Logik!“, ärgert sich der vida-Gewerkschafter. Im Sinne der Beschäftigten verlangt Schwarcz, dass das Unternehmen endlich ernstzunehmende Angebote auf den Tisch legt und nicht – wie bisher – nach bereits erzielten Einigungen wieder einen Rückzieher macht.

Auch Wirtschaftskammer muss auf den Tisch hauen

Der Fachbereich Luftfahrt der Gewerkschaft vida fordert auch von der Wirtschaftskammer eine Änderung der Marschrichtung. Sie folge einem deutschen Diktat, in dem Manager und Unternehmen von Deutschland aus ihre Wünsche diktieren. „Es kann doch nicht sein, dass bei Kollektivverträgen für österreichische Beschäftigte, und damit bei arbeitsrechtlichen Normen und einheitlichen Wettbewerbsbedingungen, wichtige Entscheidungen nach Deutschland delegiert werden und die Wirtschaftskammer diesen dann folgt. Ich fordere Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl auf, die Kompetenzen wieder nach Österreich zu holen und für eine faire Branchenlösung in der Airline-Welt zu sorgen!“, so Schwarcz. Über die aktuelle Situation und den Stand der Verhandlungen werden ab nächster Woche Eurowings-MitarbeiterInnen in Veranstaltungen informiert und es wird die weitere Vorgehensweise gemeinsam abgestimmt.

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