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Burgenland: Gewalt am Arbeitsplatz

Projekt der ÖGB-Frauen soll zu einer besseren Arbeitswelt führen

Gewalt am Arbeitsplatz wird im Burgenland vor allem durch KollegInnen ausgeübt. Das zeigt eine Studie des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES), die im Auftrag der ÖGB-Frauen in Burgenland, der AK Burgenland und dem Regionalmanagement Burgenland - im Rahmen des gemeinsamen Projekts „GutGemeinsamArbeiten“ - durchgeführt wurde. Ziel des Projekts ist es, die Arbeitswelt für alle besser zu machen. Befragt wurden 1.429 unselbstständig Beschäftigte in verschiedenen Branchen – telefonisch, online und in Form von Fragebögen.

70 Prozent der Befragten geben an, Gewalt in verschiedener Weise beobachtet zu haben. 36 Prozent sagen, selbst von Gewalt betroffen zu sein. Die meistgenannten Gewaltformen sind Herumschreien oder Einschüchterung, Hänseleien und Verspottung, aber auch Mobbing, Rassismus oder sexuelle Belästigung. Dit TäterInnen sind vor allem KollegInnen. Von Vorgesetzten geht Gewalt dort aus, wo Abhängigkeiten bestehen. Im Gesundheits- und Pflegebereich wird oft von PatientInnen bzw. deren Angehörigen Gewalt ausgeübt. Im Handel und öffentlichen Dienst kommt Gewalt oft von KundInnen.

Geschlechterspezifische Unterschiede

„Fakt ist, dass Gewalt am Arbeitsplatz auch im Burgenland kein Einzelfall ist. Fakt ist auch, dass es sich dabei um kein definitives Frauenthema handelt. Gewalt am Arbeitsplatz trifft Frauen und Männer gleichermaßen. Die Art und Weise, wie Gewalt ausgeübt wird, ist verschieden. Männer sind von anderen Gewalt betroffen als Frauen“, erklärt Hannelore Binder, Frauenvorsitzende des ÖGB-Burgenland. Bei Ausgrenzung, Mobbing, Psychoterror und sexueller Belästigung überwiegt der Frauenanteil. Männer sind von Herumschreien, Hänseleien, Verspottung und Nötigung betroffen.

Besser mit Betriebsrat

Als Auslöser für Gewalt vermuten die Befragten vor allem den steigenden Arbeitsdruck sowie den schlechten Führungsstil der Chefetage. Laut der Studienergebnisse ist das Risiko besonders in Betrieben gegeben, wo straffe, hierarchische Verhältnisse herrschen. Das Vorhandensein eines Betriebsrates scheint hingegen einen positiven Einfluss auf das Klima in den Firmen zu haben. 62 Prozent der MitarbeiterInnen von Unternehmen mit Betriebsrat gaben an, noch nie persönliche Gewalterfahrungen erlebt zu haben. In Firmen ohne Betriebsrat waren es nur 37 Prozent.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in einer Klausur sowie bei einem Expertensymposium behandelt werden. Ziel sind Konzepte, von denen nicht nur BetriebsrätInnen, sondern auch Unternehmen profitieren. Maßnahmen könnten etwa ein Leitfaden für ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber, Führungskräfteschulungen, die Etablierung von KonfliktlotsInnen sein.

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