Burgenland

Tag der Lehre

ÖGJ platziert Wünsche an die neue Regierung

„Jugendliche müssen darauf vertrauen können, dass sie auch gut ausgebildet werden, wenn sie einen Lehrbetrieb gefunden haben. Dafür muss die künftige Regierung sorgen“, fordert ÖGJ-Landessekretär Markus Melichar, anlässlich des Tags der Lehre am 23. Oktober.

Derzeit schaffen auch im Burgenland immer mehr Lehrlinge die Lehrabschlussprüfung nicht oder treten erst gar nicht zur Prüfung an, da sie nicht gut genug vorbereitet wurden. Die ÖGJ fordert daher eine Neuregelung der Lehrstellenförderung, die auch Qualitätsstandards sicherstellt.

Ein wichtiger Schritt zu mehr Qualität wäre die Einführung einer verpflichtenden Teilprüfung, die auf die Lehrabschlussprüfung angerechnet wird. Melichar: „Das senkt den Druck auf die Lehrlinge, die Jugendlichen wüssten, was sie können, und die Qualität der Ausbildung wäre überprüfbar.“ Auch mit mehr Kontrollen über die tatsächliche Ausbildungstätigkeit und regelmäßigen Weiterbildungen der AusbildnerInnen könnten die Drop-Out-Raten gesenkt werden.

„Wir nutzen den Tag der Lehre auch, um eine weitere Forderung zu stellen: Betriebe aller Branchen sollen künftig die Internatskosten übernehmen. In manchen Branchen fressen die Internatskosten die gesamte Lehrlingsentschädigung auf“, kritisiert Melichar.

Das Internat wird für Lehrlinge oft zur Schuldenfalle. Vor allem bei Gastgewerbe-Lehrlingen und FriseurInnen fressen die Internatskosten oft die gesamte Lehrlingsentschädigung auf. Melichar: „Im Burgenland gibt es rund 2.800 Lehrlinge. Fast die Hälfte von ihnen wohnt während ihrer Berufsschulzeit im Internat. Für sie muss es endlich eine Regelung geben, die für alle gilt, nämlich dass die Firmen die Internatskosten übernehmen“.

In einigen Kollektivverträgen, zum Beispiel in der Metallindustrie, ist bereits klar geregelt, dass die Lehrbetriebe die Internatskosten für ihre Lehrlinge übernehmen müssen.

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