Oberösterreich

1.500 bei Kundgebung gegen Kindergartengebühren

Gewerkschaft fordert Gebührenstopp und sichere Arbeitsplätze in Kinderbetreuungseinrichtungen

ÖVP und FPÖ planen in Oberösterreich eine Gebühr für die Nachmittagsbetreuung in Kindergärten. Das bedeutet eine massive Verschlechterung für berufstätige Eltern und Beschäftigte. Die Gewerkschaften Younion, vida und GPA-djp riefen deshalb zu einer Kundgebung vor dem Linzer Landhaus auf. 1.500 OberösterreicherInnen protestierten gegen die geplanten Gebühren für die Nachmittagsbetreuung und forderten sichere Arbeitsplätze in den oberösterreichischen Kindergärten.

Hunderte Arbeitsplätze in Gefahr

„Gerade für NiedrigverdienerInnen und AlleinerzieherInnen sind diese Kindergartengebühren ein massives Problem. Frauen, die nur wenig verdienen, werden es sich in Zukunft gut überlegen, ob sie die Nachmittagsbetreuung noch in Anspruch nehmen“, sagt Karin Decker, Personalvertreterin im Kinder- und Jugendservice der Stadt Linz. „Werden viele Kinder abgemeldet, sind alleine in Linz bis zu 100 Arbeitsplätze in der Kinderbetreuung in Gefahr“, ergänzt Christian Jedinger, stellvertretender Vorsitzender der Younion Linz. „Arbeitsplätze im Kinderbetreuungsbereich verlieren massiv an Attraktivität, wenn Stunden gekürzt und Gruppen geschlossen werden.“

Nachmittagsbetreuung wird weniger

Stellvertretend für viele betroffene Eltern nimmt Christiane Seufferlein an der Kundgebung teil. Die berufstätige Mutter aus dem Mühlviertel ist durch einen offenen Brief an LH Stelzer bekannt geworden, in dem sie die geplanten Gebühren massiv kritisiert und ihre Sorgen und Befürchtungen mitteilt. Denn wenn der Bedarf an Kinderbetreuung sinkt, weil Eltern aus finanziellen Gründen ihre Kinder abmelden, verschlechtert sich auch das in vielen Landgemeinden ohnehin dürftige Angebot. „Auf der Strecke bleiben die Beschäftigten und jene Eltern, die aus beruflichen Gründen auf Kinderbetreuung angewiesen sind, wenn in ihren Heimatgemeinden die Nachmittagsbetreuung wegfällt. Weniger Kinderbetreuung wird wiederum die von der ÖVP vielgeforderte Flexibilität von ArbeitnehmerInnen nicht gerade erhöhen. Diese Gebühren unterstützen ein äußerst konservatives Weltbild.“, stellt Andreas Stangl, Geschäftsführer der GPA-djp OÖ, klar. „Der Begriff Sparpaket ist eigentlich eine Pflanzerei, denn was ÖVP und FPÖ hier machen, hat nichts mit Sparen zu tun. Es werden schlicht und einfach neue Steuern und Gebühren eingeführt.“

Ende der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Eltern

Die Gebühren sind ein großer frauenpolitischer Rückschritt. „Was bringt die Kindergarten-Gebühr? Finanzielle Belastung für Eltern, weniger Bildung für Kinder - und es wird in vielen Gemeinden überhaupt keine Nachmittagsgruppen mehr geben. Das bedeutet das Ende der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dagegen wehren wir uns!“, so Susanne Pollinger von den Kinderfreunden OÖ.

Schlechtes Vorzeichen für Schwarz-blau auf Bundesebene

„Es ist ungeheuerlich, dass Schwarz-Blau in Oberösterreich mit ihren Kürzungen genau bei Familien und Kindern ansetzt. Da lässt sich nur erahnen, was die schwarz-blaue Koalition im Bund alles vorbereitet. Bildungs- und frauenpolitisch ist das ein großer Rückschritt“, sagt SPÖ-Landesparteivorsitzende Birgit Gerstorfer bei der Kundgebung.

Die Unterschriftenaktion gegen Kindergartengebühren kann auch online auf www.oegb.at/ooe unterstützt werden.

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