Salzburg
Berger-Ratley Die neue ÖGB-Frauenvorsitzende heißt Petra Berger-Ratley

Petra Berger-Ratley zur neuen ÖGB-Frauenvorsitzenden gewählt

Zu einem personellen Wechsel ist es bei den ÖGB-Frauen Salzburg gekommen. Nachdem Sissy Dobernig neun Jahre lang als Landesfrauenvorsitzende fungiert hat, wurde heute, Samstag, die 46-jährige Petra Berger-Ratley zur Vorsitzenden gewählt. Unterstützt wird sie in ihrer politischen Arbeit von ihren Stellvertreterinnen Arabela Alic (GPA-djp), Maria Bloderer (GÖD), Cornelia Berger (younion), Maria Ammerer (GBH), Gisela Hermann (vida), Brigitte Pongruber (GPF) und Gerlinde Konnerth (PRO-GE).

Ausbau der Kinderbetreuung als wichtiger Schritt

In ihrer Antrittsrede ging die neugewählte Vorsitzende auf die vielen Herausforderungen der frauenpolitischen Arbeit ein. „Die Erwerbsquoten von Frauen und Männern nähern sich seit Jahren an. Während die Teilzeitquote mit 8,1% bei den Männern jedoch relativ gering ist, ist immerhin jede zweite Frau teilzeitbeschäftigt. Nachteile wie das geringe Einkommen und in weiterer Folge geringe Pensionen werden dabei – in vielen Fällen allerdings zähneknirschend – in Kauf genommen“, sagte Berger-Ratley. „Um mehr Frauen die Unabhängigkeit und die eigene Existenzsicherung zu ermöglichen, müssen die Kinderbetreuungsangebote ausgebaut werden. Die Öffnungszeiten aller Einrichtungen gehören auf die Anforderungen der elterlichen Arbeitswelt abgestimmt“, forderte die Landesfrauenvorsitzende, die auch den Ausbau schulischer Nachmittagsbetreuung und ganztägiger Schulformen zu leistbaren Preisen auf der Agenda hat.

Frauen als Leidtragende

Dem viel diskutierten 12-Stunden-Arbeitstag erteilte Berger-Ratley eine Absage: „Aus Studien wissen wir, dass ein Viertel der teilzeitbeschäftigten Frauen gerne auf Vollzeit umsteigen möchte. Wenn die Wirtschaft tatsächlich zusätzliche Arbeitskraft benötigt, dann sollen jene, die bereits im Unternehmen sind, mehr Stunden arbeiten können.“ Zudem verwies die Frauenvorsitzende darauf, dass überwiegend Frauen unter weiteren Flexibilisierungswünschen leiden würden. „Wir wissen, dass die Betreuungszeiten auch unter aktuellen Bedingungen in vielen Fällen nicht mit den Arbeitszeiten vereinbar sind. Wer bitte passt auf die Kinder auf, wenn ihre Mütter 12 Stunden arbeiten?“

Zur Wahl gratulierte unter anderem ÖGB-Landesvorsitzender Siegfried Pichler: „Es freut mich, dass mit Petra Berger-Ratley eine junge und engagierte Nachfolgerin für Sissy Dobernig gefunden worden ist. Mit dieser Entscheidung sind die ÖGB-Frauen bestens für alle kommenden Herausforderungen gewappnet.“


Zur Person: Petra Berger-Ratley ist am 18.12.1970 geboren und in Salzburg aufgewachsen. Nach der Pflichtschule absolvierte sie die bfi-Bürofachschule und begann 1987 beim Magistrat Salzburg in der Statistik-Abteilung.Bereits früh engagierte sie sich in der Gewerkschaft, wo sie im Laufe der Jahre zur stellvertretenden Landesvorsitzenden, Landesfrauenvorsitzenden sowie stellvertretenden Bundesfrauenvorsitzenden der younion avancierte. Als Personalvertreterin beim Magistrat Salzburg präsentierte sich ihren KollegInnen stets als engagierte Ansprechpartnerin für gewerkschaftliche und frauenpolitische Themen. Seit 1. Jänner diesen Jahres ist sie geschäftsführende Landesvorsitzende der Gewerkschaft younion Salzburg. Mit ihr steht seitdem erstmals eine Frau an der Spitze der younion Salzburg.

 

 

 

 

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