Steiermark

ÖGB-Schachner: "Arbeitszeit-Verlängerung ist genau das Falsche!"

Steirischer Gewerkschaftschef konstatiert Weltfremdheit bei den Koalitionsverhandler*innen

Die Absichten von Türkis-Blau liegen nun auf dem Tisch: Der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche sollen zur Regel werden. "Hier zeigt sich das wahre Gesicht von ÖVP-FPÖ. Die wissen nicht, wie es den Menschen geht", erklärt Horst Schachner, Vorsitzender des ÖGB Steiermark. "Tatsächlich ist für die Menschen Gesundheit, Arbeitsplatzsicherheit und Familienleben wichtig, längere Arbeitszeiten gehen da in die völlig falsche Richtung." 

Für die Arbeitnehmer*innen, nicht gegen sie 

"Ich bin täglich vor Ort bei den Arbeiter*innen und weiß, dass sie ganz andere Probleme haben. In Zeiten von Burnout und zunehmenden Wirbelsäulenbeschwerden die Arbeitszeit verlängern zu wollen, ist ein Hohn. "Während eine moderne Politik sich Arbeitszeit-Verkürzung und Abbau von gesundheitlichen Belastungen auf die Fahnen schreibt, wählt die mögliche zukünftige Bundesregierung offensichtlich einen anderen Weg. Wir sind sehr froh, dass sich der Arbeitsmarkt derzeit erholt, doch die Digitalisierung und Automatisierung wird dennoch viele menschliche Arbeitsplätze ersetzen." Aus diesem Grund bleibt die gewerkschaftliche Forderung nach einer Arbeitszeit-Verkürzung unvermindert aufrecht, um die vorhandene Arbeit gerecht und gleichmäßig auf die gesamte Bevölkerung verteilen zu können. Verlängerung der Arbeitszeit bei einer immer noch hohen Arbeitslosenrate ist hier ein vollkommen unsinniges Rezept. 

Rückschritte statt Verbesserungen 

Die derzeitigen Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung sind vollkommen ausreichend und lassen sogar einen 12-Stunden-Tag zu. Dies aber nur als Ausnahme und dabei soll es nach Meinung der Gewerkschaft auch bleiben. Denn so eine lange Arbeit ist nur ausnahmsweise bewältigbar. "Klingt vielleicht gut in den Ohren der Wahlkampf-Großspender - aber in Wahrheit sagt mir jede/r Arbeiter*in, dass die Unfallgefahr mit langer Arbeit zunimmt und die Konzentration nicht gehalten werden kann. Weil Schwarz-Blau sich offensichtlich nicht in die normalen Leute hineindenken kann, genau deswegen braucht es die Gewerkschaft und die Sozialpartnerschaft", setzt Schachner fort. 

"Weltfremd und falsch" 

"Es ist weltfremd und falsch, die Menschen länger arbeiten zu lassen", denkt Schachner auch schon an verschiedentlich geäußerte Wünsche zur Pensionsreform. "Das schaue ich mir an, wie jemand, der sechzig Stunden in der Woche programmieren muss, dann mit 67 noch erwerbstätig sein kann."  

Zwar liegen bisher von den Koalitionsverhandlern ja fast nur Überschriften vor, doch gehen die bekannt gewordenen Vorhaben aus Sicht einer verantwortlichen ArbeitnehmerInnenpolitik deutlich in die falsche Richtung. 

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