Tirol

Tirol wird überrollt

Widerstände gegen LKW-Maut aufgeben!

Anlässlich des zunehmenden Schwerverkehrs auf Tirols Autobahnen und den damit einhergehenden konsequenten Verschlechterungen für Tirols Bevölkerung fordert Günter Mayr, Landesvorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida, das Land Tirol auf, den Widerstand gegen eine flächendeckende LKW-Maut aufzugeben. „Wahltaktische Überlegungen dürfen keine Rolle spielen, wenn es um Umweltschutz, Kostenwahrheit und Wettbewerbsgerechtigkeit im Sinne der Bevölkerung geht. Auch immer wieder vorgebrachte Argumente, dass eine Ausweitung der LKW-Maut auf das gesamte Straßennetz zu deutlichen Preissteigerungen für Konsumenten führen, sind längst widerlegt. Die von der AK dazu berechneten möglichen Preissteigerungen sind gering. So würde etwa ein Kilo Kartoffeln um 0,1 Cent mehr kosten oder eine Packung Milch um 0,2 Cent. Für diese winzigen Beträge ließen sich aber tausende Arbeitsplätze, bessere Straßen und eine Ausbauoffensive im öffentlichen Verkehrsnetz erreichen“, so Mayr. Er fordert eine fahrleistungsabhängige, flächendeckende Maut für LKW ab 3,5 Tonnen auf Landes- und Gemeindestraßen und eine gesetzlich verankerte Zweckwidmung der eingenommenen Mautmittel in Höhe von 75% für die Straßeninstandsetzung und 25% für den öffentlichen Verkehr. Dieser Forderung schließt sich auch Philip Wohlgemuth, ÖGB-Landesvorsitzender und vida-Geschäftsführer, an: „So könnten wir den Gemeinden unter die Arme greifen, für Straßensanierungen aufzukommen und den öffentlichen Personennahverkehr finanziell zu unterstützen. Außerdem fallen wirtschaftlich uninteressante Transporte weg, ich erinnere nur an das berühmte Beispiel der Kartoffeln, die zum Waschen über den Brenner geschickt wurden und retour.“

Absage an Gigaliner
Von Gigalinern halten die beiden Gewerkschafter wenig. „Gigaliner würden bis zu 55 Prozent des Bahnverkehrs auf die Straße bringen. Dieser zusätzliche Verkehr auf der Straße verursacht Schäden an Menschen und Umwelt und kostet volkswirtschaftlich mehr, als er bringt. Gigaliner vernichten sowohl beim Lkw als auch bei der Bahn Arbeitsplätze“, ist Mayr überzeugt.


Fahrbahnschäden 540.000mal so hoch wie bei PKW
Aufgrund der Autobahnflucht und Zuliefertätigkeiten hat sich der LKW-Schwerverkehr in hohem Ausmaß auf Landes- und Gemeindestraßen verlagert. „Die Belastung einer Straße durch einen schweren LKW mit 4 Achsen und 30 Tonnen ist 540.000-mal so hoch wie im Vergleich zu einem PKW. Die dadurch verursachten Fahrbahnschäden sind nicht gedeckt“, warnt Mayr. Der Erhalt der Landes- und Gemeindestraßen sei ein wichtiges Element für florierende Regionen und die Mobilität der Menschen. „Ich frage mich, worauf man noch wartet, wenn laut Länderangaben in der Kosten-Nutzenrechnung jährlichen Systemkosten für eine Maut-Ausweitung von 75 Millionen Euro zu erwartende Einnahmen von 650 Millionen Euro gegenüberstehen?“, so Mayr.

Lohn- und Sozialdumping auf dem Vormarsch
Himmelschreiende Fälle von Sozialdumping und Ausbeutung der Beschäftigten im Straßengüterverkehr sind in Europa an der Tagesordnung. „Lohn- und Sozialdumping reißen durch den grenzüberschreitenden Straßengütertransport aufgrund fehlender Kontrollen immer mehr in Österreich ein und fallen den ehrlichen Frächtern und den Güterbahnen in den Rücken. Bahnen müssen Schienenmaut entrichten, die LKW fahren dagegen auf 98 Prozent des Straßennetzes gratis. Eine LKW-Maut würde das Ungleichgewicht beheben“, schließt Wohlgemuth.

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