Vorarlberg

Arbeitszeit: mit ÖVP und FPÖ zurück in die Vergangenheit

ÖGB-Landesgeschäftsführerin Auer kritisiert Agieren auf Geheiß der „Wahlkampf-Großspender“

„Ein genereller 12-Stunden-Tag ist Ausbeutung und ein Anschlag auf die Lebensqualität und die Gesundheit der Menschen“, sagt ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer zu den jüngsten Plänen von ÖVP und FPÖ zu einer Arbeitszeitflexibilisierung. „Eine Ausweitung der Arbeitszeiten geht ausschließlich zu Lasten der ArbeitnehmerInnen“, warnt Auer. Das Vorhaben von ÖVP und FPÖ bedeute: mehr Arbeit für weniger Geld. Außerdem werde die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen aufs Spiel gesetzt.

Mit einer Arbeitszeitverlängerung folgen ÖVP und FPÖ dem Diktat der Wirtschaft und einzelnen Großspendern im Wahlkampf. Hinter der Überschrift 12-Stunden-Tag und Arbeitszeitflexibilisierung verbirgt sich für Auer: „ausschließlich die Möglichkeit für Unternehmen, Überstunden zur Regel zu machen und Überstundenzuschläge zu streichen. Unter dem Vorwand der Flexibilisierung sollen die ArbeitnehmerInnen ohne Rücksicht auf deren Wünsche jederzeit und kurzfristig verfügbar gemacht werden“, kritisiert Auer. Es werde dabei vorgegaukelt, dass die ArbeitnehmerInnen entscheiden können, wann gearbeitet wird. „Mit Freiwilligkeit hat das aber nichts zu tun“, ist Auer überzeugt. Der Druck auf die Beschäftigten werde sich massiv erhöhen. „Wenn die ArbeitnehmerInnen mit ihrem Chef über eine Erhöhung der Arbeitszeit verhandeln müssen, ist die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes mit Sicherheit ein willkommenes Druckmittel der Arbeitgeberseite“, warnt Auer.

Außerdem bedeutet das Vorhaben für Auer ein Angriff auf Familien und die Gesundheit der Menschen. „Ein 12-Stunden Arbeitstag ist mit einem intakten Familienleben nicht vereinbar. Wie das auch mit den türkis-blauen Programmen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zusammengeht, das müssen die Parteien uns erst erklären“, so die ÖGB-Landesgeschäftsführerin. Auch arbeitsmarktpolitisch sei eine Erhöhung der Arbeitszeit „völliger Nonsens“. Allein durch Überstundenabbau könnten laut einer Studie der Universität Wien derzeit in manchen Branchen bis zu 20.000 neue Jobs in Österreich geschaffen werden.

Auer erinnert an die bereits bestehenden Möglichkeiten für längere Arbeitszeiten im Arbeitszeitgesetz, die mehr als ausreichen würden. „Auch die über 850 von der Gewerkschaft mitverhandelten Kollektivverträge gehen auf die Bedürfnisse bestimmter Branchen ein.“ 12-Stunden-Arbeitstage und 60 Stunden pro Woche sind bereits möglich – allerdings nur auf Überstundenbasis und mit entsprechenden Überstundenzuschlägen. „Das sind Ausnahmefälle, die auf keinen Fall zur Regel werden dürfen. Dafür werden wir als Gewerkschafter kämpfen“, so Auer, die abschließend betont, dass der ÖGB sehr genau beobachten werde, wie der Gesetzestext schlussendlich formuliert wird.

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