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Vorarlberg

Familienbonus ist ungerecht

ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker: „Familienbonus ist kein Leuchtturmprojekt sondern ähnelt Zündholz in weiter Ferne!“

„Was uns mit dem Familienbonus von türkis-blau als großer Wurf verkauft wird, bringt Familien mit niedrigen Einkommen gar nichts“, reagiert ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker auf die „Jubelschreie“ von ÖVP und FPÖ in Vorarlberg. „Familienfreundlichkeit und eine gerechte Entlastung sehen anders aus“, kritisiert Loacker. Auch frauenpolitisch sei der Familienbonus bedenklich.

Es gebe gleich mehrere Kritikpunkte an dem geplanten Familienbonus der ÖVP-FPÖ-Regierung, betont Loacker: „Je höher das Einkommen, desto höher die Entlastung.“ Ein alleinerziehender Elternteil mit zwei Kindern müsste etwa 2.300 Euro brutto verdienen, um den Bonus gänzlich ausschöpfen zu können. „Viele Einkommen liegen jedoch darunter. Eltern mit niedrigen Einkommen gehen demnach leer aus“, ärgert sich Loacker. Außerdem sei zu befürchten, dass sich der Familienbonus und die gleichzeitige Abschaffung der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten negativ auf die Erwerbstätigkeit vor allem von Frauen auswirkt. „Der Kinderbonus gilt für alle Beschäftigten, egal ob sie Teilzeit oder 100 Prozent arbeiten. Gerade in Vorarlberg ist dabei zu bedenken, dass damit die Teilzeitquote bei Frauen von fast 50 Prozent noch verfestigt wird“, warnt Loacker vor den Folgen. Das erhöhe auch die Gefahr der Altersarmut bei Frauen.

Für Loacker ist es sinnvoller, dass Geld- durch Sachleistungen ersetzt werden. Von mehr Investitionen in die Kinderbetreuung würden alle Eltern gleich profitieren, unabhängig davon wie viel sie verdienen. Dies würde außerdem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wesentlich verbessern. „Gratis-Kindergärten und längere Öffnungszeiten wären eine gerechte Lösung für alle Eltern, egal wie viel sie verdienen“, betont der ÖGB-Landesvorsitzende. Außerdem würde das auch mehr Frauen ermöglichen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und die Familieneinkommen zu erhöhen.

Fraglich sei auch weiterhin, wie Familien entlastet werden, deren Einkommen zu gering für eine steuerliche Absetzbarkeit sind. „Nur auf unsere anhaltende Kritik hat die Bundesregierung eine Erhöhung des Alleinerzieher- und Alleinverdienerabsetzbetrags angekündigt“, so Loacker. Dies zeige nach dem „Arbeitslosengeld Neu“ einmal mehr, „dass sich die Art von Politik der neuen Bundesregierung gegen die Schwächsten unserer Gesellschaft richtet“, kritisiert Loacker abschließend.

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