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Frauen

Familienfreundlichkeit sieht anders aus

Familienbonus kommt nicht bei denen an, die ihn am dringendsten brauchen

Diese Woche hat die neue Regierung den Familienbonus verabschiedet. Ab 2019 gibt es 1.500 Euro an Steuerentlastung pro Kind. Zugute kommt der Familienbonus allerdings nur denjenigen, die so viel verdienen, dass sie auch Lohnsteuer zahlen. Diejenigen, oftmals Alleinerzieherinnen und Teilzeitbeschäftigte, die so wenig verdienen und keine Lohnsteuer zahlen, haben davon nichts.

Das heißt: Je höher das Einkommen, desto höher die Entlastung. „Diese Art von Politik richtet sich gegen die Schwächsten unserer Gesellschaft. Familienfreundlichkeit sieht anders aus“, kommentiert Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, die schwarz-blauen Familienbonus-Pläne.

Nicht alle profitieren

Bei einem Einkommen von 3.000 Euro brutto monatlich und zwei Kindern ersparen sich Eltern zukünftig 3.000 Euro an Steuern. Eine Alleinerzieherin mit einem Einkommen von 1.250 Euro erhält hingegen keinen Familienbonus. Der auch bis jetzt ausbezahlte AlleinverdienerInnen-/ AlleinerzieherInnenabsetzbetrag (495 Euro jährlich bei einem Kind), der Menschen mit den geringsten Einkommen zugutekommt, soll zwar erhöht werden. Wie die Pläne genau aussehen, ist aber noch nicht bekannt.

Von Gratis-Kindergärten profitieren alle Eltern gleichermaßen

Im Gegenzug für den Familienbonus wurde nicht nur der AlleinverdienerInnen-/ AlleinerzieherInnenabsetzbetrag, sondern auch die Absetzmöglichkeit für Kinderbetreuungskosten (bis zu 2.300 Euro für Kinder unter zehn Jahren) gestrichen. „Anstatt über Absetzbeträge im Steuerbereich zu diskutieren, wäre es sinnvoller, Geldleistungen durch Sachleistungen zu ersetzen. Gratis-Kindergärten wären zum Beispiel eine gerechte Lösung, von der alle Eltern gleichermaßen profitieren - unabhängig davon, wie viel sie verdienen“, betont die ÖGB-Vizepräsidentin. Außerdem würde das auch mehr Frauen ermöglichen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und so die Familieneinkommen zu erhöhen.

„Die schwarz-blaue Steuererleichterung kommt in erster Linie reichen Familien zugute, die ohnehin am meisten haben und nicht jeden Cent zwei Mal umdrehen müssen. Weil uns aber jedes Kind gleich viel wert ist, egal woher es kommt und wie viel seine Eltern verdienen, sind diese Pläne aus Sicht der ÖGB-Frauen abzulehnen“, so Anderl abschließend.

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