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Junge IndustriegewerkschafterInnen: Visionen zur Digitalisierung

Bildung, Gesundheitsschutz und Crowdwork im Fokus

Der Dachverband der europäischen Produktionsgewerkschaften IndustriAll und die Friedrich-Ebert-Stiftung veranstalteten diese Woche ein Diskussionsforum zum Thema Digitalisierung. Junge GewerkschafterInnen aus verschiedenen stark betroffenen Industriebereichen, einigten sich dabei auf eine gemeinsame Erklärung.  Als zentrale Themen wurden  Ausbildung, Work-Life-Balance, Gesundheit und Sicherheit und Crowdwork herausgearbeitet.

Die Jugendarbeitsgruppe von IndustriAll findet, dass die Berufsausbildungen europaweit besser an den technologischen Wandel angepasst werden müssen. Schulen, Ausbildner, Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen dabei gut zusammenarbeiten. Lehrern und Ausbildnern muss lebenslanges Lernen ermöglicht werden. Um jungen Menschen eine gute Vorbereitung für das Berufsleben zu ermöglichen, sollen Lehre und Ausbildung ständig evaluiert und angepasst werden.

Arbeitszeit: Arbeitnehmer müssen von Effizienzsteigerung profitieren

Die Vorstellung von Arbeitszeit ändert sich. IndustriAll will jungen ArbeitnehmerInnen Flexibilität ermöglichen. Tatsächlich verschwimmen im Arbeitsleben aber immer mehr die Grenzen zwischen Beruf und Privatem. Erhöhter Stress und damit verbundene Erkrankungen sind die Folge. Innovative Ideen, wie das Abschalten von E-Mail-Servern außerhalb der Bürozeiten, sind gefragt. Die Digitalisierung ermöglichte große Produktivitätssteigerungen und beschleunigt Produktionsprozesse. Trotzdem werden die Arbeitstage immer länger. Die Gewerkschaften müssen bei diesem Thema offensiv auftreten.

Neue Beschäftigungsformen: Alle Arbeitnehmer müssen abgesichert werden

Bereits in den letzten Jahren haben vermehrt neue Arbeitsformen wie beispielsweise die „neuen Selbstständigen“, freie DienstnehmerInnen oder Werkverträge an Bedeutung gewonnen. All diesen neuen vertraglich geregelten Arbeitsformen ist eines gemeinsam: Die Grenze zwischen selbstständiger und unselbstständiger Arbeit verschwimmt zusehends. Mit dem Aufkommen der Sharing Economy und den Crowdworkern wird dieser Prozess noch deutlich beschleunigt. Insbesondere im Zeitverlauf der letzten zwei bis drei Dekaden ist es so zu einer starken  Prekarisierung am Arbeitsmarkt gekommen. Während Vollzeitarbeitsplätze verschwinden, sind stetig mehr Menschen in Teilzeitbeschäftigung (und hier vor allem Frauen) bzw. in atypischen Beschäftigungsverhältnissen.  Österreich sind immer noch mehr als 95 % aller unselbstständigen Erwerbsverhältnisse kollektivvertraglich abgesichert. Dementsprechend gelten hohe Standards hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Arbeitszeit, Datenschutz bzw. Entlohnung. Neue Arbeitsformen werden aber oftmals dafür genützt, diese Mindeststandards zu umgehen.

Für Gewerkschaften ist klar: Menschen, die mittels dieser neue Arbeitsformen ihr Einkommen erwirtschaften, müssen arbeits- und sozialrechtlich abgesichert sein.

 

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