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Arbeitszeit

Erster Schritt zum kürzeren Arbeiten: Überstunden teurer machen!

"Arbeitszeitverkürzung sichert Lebensqualität und Arbeitsplätze", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, "allein im dritten Quartal 2011 wurden laut Eurostat 5,5 Millionen Überstunden in Österreich geleistet - und das zu knapp einem Viertel unbezahlt. Als Einstieg in die Arbeitszeitverkürzung könnte man damit beginnen, die Überstunden zu reduzieren, indem man sie für die Arbeitgeber teurer macht. Und zwar um einen Euro pro Überstunde, der jeweils zur Hälfte an Arbeitslosen- und Krankenversicherung fließen sollte."

Die Verkürzung der Arbeitszeit vernichtet keine Arbeitsplätze wie in den Angst- und Panikträumen der Industrie - im Gegenteil: Zehn Prozent weniger arbeiten bringt 90.000 zusätzliche Arbeitsplätze, die Arbeitslosigkeit würde sinken. Wenn keine Überstunden mehr gemacht werden, würden 180.000 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen. Allein der unbezahlte Teil der Überstunden entspricht 60.000 Arbeitsplätzen. "Unternehmen, die durch die Anordnung von Überstunden Arbeitslosigkeit verursachen, müssen diese auch mitfinanzieren", fordert Achitz.

Recht auf freie Wahl der Arbeitszeit

Arbeitszeitverkürzung kann aber auch bei denjenigen beginnen, die vorübergehend freiwillig weniger arbeiten wollen. "Für sie muss es das Recht geben, die Arbeit später auf Vollzeit aufzustocken." Verbesserungen sind bei der Elternteilzeit notwendig, die derzeit nur für Beschäftigte in Großbetrieben gesetzlich geregelt ist: "Der ÖGB fordert das Recht auf Elternteilzeit für alle Eltern, unabhängig von Betriebsgröße und -zugehörigkeit."

Kürzer arbeiten, länger im Arbeitsleben bleiben

Auch die geplante Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters wird nur gelingen, wenn die Menschen länger gesund bleiben. Doch lang arbeiten macht krank. Ein klares Bild über die gesundheitlichen Auswirkungen bei unregelmäßigen und langen Arbeitszeiten lieferte eine IFES-Befragung im Auftrag der Produktionsgewerkschaft PRO-GE. Anhand der Ergebnisse wird deutlich, dass vor allem regelmäßige Nachtarbeit und überlange Arbeitszeiten das Krankheitsrisiko zum Teil beträchtlich erhöhen können.

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