www.oegb.at

Aussperrungen

Nein zu Aussperrungen und unrechtmäßigen Entlassungen bei Mayr-Melnhof

"Wir erwarten von österreichischen Unternehmen, dass sie in ihren Tochtergesellschaften im Ausland die selbe soziale Verantwortung an den Tag legen wie am Heimatmarkt" so Wolfgang Greif, Internationaler Sekretär der GPA-djp und Peter Schissler, Internationaler Sekretär der PRO-GE anlässlich einer Protestkundgebung von Gewerkschaften aus acht Ländern vor der diesjährigen Hauptversammlung der Mayr-Melnhof Karton AG in Wien.

Anlass für die von der britischen Gewerkschaft UNITE und dem Dachverband europäischer Angestelltengewerkschaften UNI Europa Graphical getragene internationale Kundgebung, ist die vor kurzem in der Wiener Zentrale des Konzerns beschlossene Vollschließung des Mayr-Melnhof-Werkes in Liverpool.

Dieser Schließung ist ein harter Arbeitskampf vorausgegangen, in dem das Management des österreichischen Unternehmens u. a. zum völlig überzogenen Mittel der Aussperrung der gesamten Belegschaft, gegriffen hat. Proteste der Gewerkschaft UNITE wurden kurzerhand mit der Werksschließung beantwortet.

Laut Simon Dubbins, dem Leiter der internationalen Abteilung von UNITE, kam es bei der Schließung durch die österreichische Unternehmensführung zu ungerechtfertigten Entlassungen, der Missachtung gesetzlicher Konsultationsbestimmungen und zu Ungereimtheiten bei Abfertigungszahlungen.

Die GPA-djp und die PRO-GE verurteilen die völlig überzogenen Reaktionen des Managements und unterstützen die Proteste der Gewerkschaften in Großbritannien sowie die des bestehenden Europäischen Betriebsrats, dessen zwingende Mitwirkungsrechte in der gegenständlichen Werkschließung ebenfalls nicht eingehalten wurden.

"Wir haben Mayr-Melnhof als Unternehmen kennengelernt, das sich in Österreich stets als korrekter Arbeitgeber mit Handschlagsqualität erwiesen hat. Umso irritierter sind wir über das unsensible Vorgehen der Geschäftsleitung bei Personalreduktionen im Ausland", so Greif weiter: "Dialogverweigerung, Aussperrungen und inakzeptable Abschlagszahlungen für entlassene Beschäftigte sind eines internationalen Unternehmens vom Rang und Namen eines Mayr-Melnhof nicht würdig."

Insgesamt sehen GPA-djp und PRO-GE einen offensichtlichen Bedarf an ernsthaften Gesprächen zwischen zentralem Management und zuständiger Gewerkschaft, um eine für alle Seiten annehmbare Lösung des Konfliktes zu finden. Die ordnungsgemäße Einhaltung geltender Vorschriften bei Entlassungen in Großbritannien zählen hier jedenfalls ebenso dazu, wie ernsthafte und konstruktive Verhandlungen über die angemessene Höhe von Abfertigungen, der von Personalreduktionen Betroffenen.

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

ÖGB Newsletter

Hier erhalten Sie wöchentlich die wichtigsten Informationen des ÖGB zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Berichte, Veranstaltungstipps und vieles mehr.
Geschlecht
Geschlecht:
Name
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt