www.oegb.at

Psychische Belastung

Arbeitnehmerschutz stärken, vor Mobbing und Gewalt am Arbeitsplatz schützen

"Die Zunahme der Krankenstandstage wegen psychischer Krankheiten von 1991 bis 2009 um mehr als 180 Prozent zeigt deutlich, dass die Beschäftigten in vielen Betrieben am Limit sind. Dauerhafter Stress, Überbelastung, Mobbing und die subtilen Formen der Gewalt im Arbeitsalltag hinterlassen ihre Spuren", sagt vida-Vorsitzender Rudolf Kaske. "Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz muss überarbeitet werden. Die Präventionsarbeit gehört gestärkt und die psychischen Belastungen müssen reduziert werden. Auch klare Regeln gegen Mobbing gehören dazu", fügt Renate Lehner, vida-Bundessektionssekretärin für Private Dienstleistungen, hinzu.

Eine heute von der AK präsentierte Studie zu den psychischen Krankmachern in der Arbeit belegt den enormen Anstieg psychischer Belastungen. "Chefs, die zu engstirnig sind, um von sich aus darauf zu achten, dass das Arbeitspensum und die Arbeitsbedingungen in ihrem Unternehmen passen, sollten sich die hohen Kosten vor Augen führen, die durch psychische Belastungen entstehen", sagt vida-Arbeitnehmerschutzexperte Peter Traschkowitsch. Laut der vom Wirtschaftsforschungsinstitut und der Donauuniversität Krems erstellten Studie belaufen sich die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Krankenstände aufgrund arbeitsbedingter psychischer Belastungen auf 3,3 Milliarden jährlich. Beinah jeder dritte Neuzugang in die Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension erfolgt aus psychischen Gründen.

Leider ignorieren viele Arbeitgeber die psychischen Belastungen in ihrem Betrieb und die daraus resultierenden Vorkommnisse. Laut einer EU-weiten Studie aus 2010 halten 80 Prozent der Arbeitgeber in Österreich Mobbing und Gewalt für "gar kein Thema in ihrem Betrieb." "Um die Arbeitgeber für die psychischen Belastungsfaktoren im Betrieb zu sensibilisieren und die Beschäftigten besser zu schützen, ist eine Nachjustierung des ArbeitnehmerInnenschutzes nötig", verlangt Lehner.

Die Forderungen der Gewerkschaft vida im Detail:

  • Die Verankerung von Arbeits- und OrganisationspsychologInnen als verpflichtende Präventivkräfte im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz.
  • Die gesetzliche Verankerung der Evaluierung psychischer Arbeitsbelastungen in den Betrieben durch diese Fachkräfte.
  • Die gesetzliche Verankerung eines Mobbingverbotes samt Sanktionen für den Bereich der Privatwirtschaft nach dem Vorbild der Regelung für den öffentlichen Dienst.

SERVICE: Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der vida-Website www.tatortarbeitsplatz.at

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

ÖGB Newsletter

Hier erhalten Sie wöchentlich die wichtigsten Informationen des ÖGB zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Berichte, Veranstaltungstipps und vieles mehr.
Geschlecht
Geschlecht:
Name
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt