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ÖGB-Foglar: Arbeitszeit verkürzen schafft Arbeit

Gute Bildung und Ausbildung sind bestes Rezept gegen Arbeitslosigkeit

Anlässlich der gestern präsentierten Arbeitsmarktdaten fordert ÖGB-Präsident Erich Foglar erneut, der Schaffung von Arbeitsplätzen oberste Priorität einzuräumen. „Wahlkampf-Ideen wie der Zwölf-Stunden-Tag oder die vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters würden die Arbeitslosigkeit erhöhen“, warnt Foglar. „Österreich ist eines der wenigen Länder der EU, in denen die Beschäftigung ansteigt – die Arbeitslosigkeit aber auch. Was wir brauchen sind kluge Programme – und keine Wahlkampfparolen.“

„Wir müssen noch vor dem Beginn des Arbeitslebens ansetzen, mit einer guten schulischen Ausbildung, die mit Bildungsabschlüssen endet und nicht mit dem bloßen Absitzen der Pflichtschuljahre“, sagt Foglar. „Was wir brauchen ist daher ein modernes Bildungssystem, das alle Kinder gleich gut fördert. Aus Sicht des ÖGB – und vieler Bildungsexperten in ganz Europa – gelingt das am besten in gemeinsamen Schulen der 10 bis 15jährigen in ganztägiger, verschränkter Form.“ Das würde nicht nur den Kindern bessere Bildungs- und damit Arbeitsmarktchancen eröffnen. Es würde auch positiv auf die Einkommen von Frauen wirken, die oft nur deshalb Teilzeit arbeiten, weil es keine ganztägigen Angebote gibt. „Die Nachfrage ist eindeutig da, Aufgabe der Regierung ist es, für ausreichendes Angebot an ganztägigen Kindergärten und Schulen zu sorgen.“

Arbeit besser verteilen

Verbesserungen im Bildungssystem seien ein wesentliches Element, um Arbeitslosigkeit vorzubeugen. „Bei steigender Arbeitslosigkeit muss aber auch die vorhandene Arbeit auf mehr Menschen verteilt werden, alles andere wäre sozial- und wirtschaftspolitisch unklug“, sagt Foglar. „Der Zwölf-Stunden-Tag wäre das völlig falsche Rezept, nur kürzere Arbeitszeiten würden hier Entspannung bringen.“ Das wäre sowohl beschäftigungspolitisch wie auch gesundheitspolitisch wichtig, und es könnte dazu beitragen, das faktische Pensionsantrittsalter anzuheben.

„Das Frauenpensionsantrittsalter vorzeitig anzuheben wäre genauso unsinnig wie längere Arbeitszeiten“, sagt Foglar. „Voriges Jahr sind nur 56 Prozent der Frauen von einem Arbeitsplatz aus in Pension gegangen, die anderen waren krank oder arbeitslos. In dieser Situation würde ein höheres Pensionsantrittsalter die Lage der Frauen nur verschlimmern.“ Genauso unsinnig wäre es, dem Arbeitsmarktservice Mittel zu entziehen: „Geld für aktive Arbeitsmarktpolitik muss man als wichtige Investition betrachten, nicht als Budgetposten, den man wegkürzen kann, wie das Staatsekretär Kurz andenkt.“

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