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Kinderbetreuungsgebühren sind „Klotz am Bein der Frauen und Kinder“

Vondrasek: Frauen werden aus Beruf und in Altersarmut gedrängt

Die Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft vida, Elisabeth Vondrasek, unterstützt die Anliegen der von den Gewerkschaften Younion, vida und GPA-djp organisierten Kundgebung in Linz gegen Sozialabbau und Bildungsklau in Oberösterreich. Die Kundgebung richtet sich auch gegen die in Oberösterreich seitens der schwarz-blauen Landesregierung geplante Gebühr für die Nachmittagsbetreuung in Kindergärten. „Die Bildung unserer Kinder ist die Zukunft und der Kindergarten ist eine Bildungseinrichtung, bei der nicht gespart werden darf“, betont Vondrasek. „Kindergartengebühren sind ein Klotz am Bein der Frauen und Kinder. Sie sind ein Bildungs- und Sozialisierungshindernis für unsere Kinder. Zudem werden mit Kinderbetreuungsgebühren Mütter ausgebremst, die mit einer Vollzeitbeschäftigung mitten im Berufsleben stehen und auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Altersarmut gesetzt haben“, kritisiert vida-Gewerkschafterin Vondrasek.

„Gerade WenigverdienerInnen und AlleinerzieherInnen zahlen bei Gebühren für die Nachmittagsbetreuung gleich mehrfach drauf. Sie werden sich die Betreuung nicht mehr leisten können, keine Zeit mehr für eine Vollzeitbeschäftigung haben und in schlechter bezahlte Teilzeitjobs gedrängt. Sparen bei der Kinderbetreuung heißt, Frauen ihren beruflichen Werdegang zu verbauen und sie von Vollzeitbeschäftigung mit gutem Einkommen auszuschließen. In Summe wirkt sich das auch auf die Pensionshöhe negativ aus, wodurch es den Frauen erschwert wird, im Alter ein selbstbestimmtes und gutes Leben führen zu können. Diese Negativspirale nach unten darf von der Politik nicht zugelassen werden“, appelliert Vondrasek.

„Kinderbetreuungsgebühren sind insgesamt ein Hindernis für das Schließen der Einkommensschere zwischen den Geschlechtern und stellen einen frauenpolitischen Rückschritt dar. Alle geringen Verbesserungen in Richtung Schließen der Schere werden mit Kinderbetreuungsgebühren mit einem Schlag zunichte gemacht. Alle Bundesländer sind somit aufgefordert, es Wien gleichzutun und für flächendeckende Gratis-Kinderbetreuungsangebote zu sorgen. Das ist gut investiertes Geld. Soziales Lernen und Spielen mit Gleichaltrigen in den Kinderbetreuungseinrichtungen sind unersetzlich für die Entwicklung der Kinder. Schließlich sind unsere Kinder die Rohdiamanten für unserer Gesellschaft, Arbeitswelt und Zukunft“, bekräftigt die vida-Bundesfrauenvorsitzende.

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