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Arbeitsplätze im Tourismus müssen Erfolgsgeschichte werden

vida-Tusch: „Arbeitsbedingungen aufpolieren statt Zwang installieren“

Der Tourismus in Österreich ist auch 2017 wieder auf Rekordkurs. Laut Statistik Austria sind fast 75 Millionen Nächtigungen in der vergangenen Sommersaison das beste Ergebnis seit 1993, im Vergleich zum Vorjahr sind die Nächtigungen um 2,7 Prozent gestiegen. „Die Branche jubelt. Jetzt gilt es diese Begeisterung und diese Erfolgsstory auch auf den rot-weiß-roten Arbeitsmarkt zu übertragen! Wer mit besten Arbeitsbedingungen Leidenschaft und Enthusiasmus bei seinen Beschäftigten fördert, erntet top-motivierte Fachkräfte und beste Gastgeber. Das muss auch der neuen Regierung klar sein“, so Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida.

Gute Arbeitsbedingungen beenden Fachkräftemangel

Gerade das Hotel- und Gastgewerbe ist eine Branche, in der die Beschäftigten besonders viel Leidenschaft an den Tag legen. „Deswegen ist es umso wichtiger Wertschätzung und Arbeiten auf Augenhöhe zu Konstanten in der Arbeitswelt im Tourismus zu machen. Dann würden auch die ständigen Klagen in der Branche, dass es zu wenig Personal gebe und man die Mangelberufsliste erweitern müsse, verstummen“, ist Tusch überzeugt. Ein Blick auf die Zahlen bestätigt ihn: Zum Start der heurigen Wintersaison im Tourismus sind beinahe sechs Arbeitssuchende auf eine offene Stelle gekommen. Selbst in den „Tourismusbundesländern“ kamen zumindest drei Arbeitssuchende auf eine offene Stelle. Auch für gelernte Berufe wie z. B. Köchinnen/Köche waren Ende September für fast 7.500 vorgemerkte Arbeitssuchende 2.144 offene Stellen gemeldet.

„Hier brauchen wir deutlich verbessere Arbeitsbedingungen und keine Zwangsverpflichtungen, wie im neuen Regierungsprogramm vorgesehen“, steht für Tusch außer Zweifel. „Es ist leider mehr als offensichtlich woran es in der Branche hapert, wenn mit den bestehenden Bedingungen schon innerhalb der EU keine Fachkräfte mehr gefunden werden und man nach Personal aus dem EU-Ausland ruft. Mit meinem Team stehe ich jederzeit für Gespräche zur Verbesserung der Ausbildungsqualität, der Arbeitsbedingungen oder der Imageverbesserung bereit!“, bietet Tusch an. 

Zudem erneuert Tusch seine Forderung, dass ein generelles Rauchverbot in der heimischen Gastronomie rasch umgesetzt werden müsse. „Wir brauchen gesunde Arbeitsplätze. Europaweit funktioniert ein Rauchverbot in der Gastronomie, nur in Österreich stehen die Kolleginnen und Kollegen acht Stunden bis zu sechs Tage die Woche in Rauchwolken und ruinieren sich ihre Gesundheit, weil sie ihren Beruf ausüben. In Zukunft müssen viele die Belastungen wohl 12 Stunden ertragen. Gesundheitsschutz der Beschäftigten muss an erster Stelle stehen“ Tusch betont, dass es bei der neuen Regelung ein klares Bekenntnis zu Raucherlounges ohne Bedienung und Speiseangebot in Hotellerie und Gastronomie geben muss. Eine Ausnahmeregelung müsse es ebenfalls für Shisha-Lokale geben.

Jederzeit gesprächsbereit

„Die rund 200.000 Beschäftigten im Tourismus sind mit ihren Leistungen eine tolle Visitenkarte für unser Land. Wir wissen, dass viele Betriebe bereits jetzt ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut behandeln und ihnen Karrieremöglichkeiten, Weiterbildung und Perspektiven geben. Dieses Modell brauchen wir flächendeckend! Schaut die Branchen nicht auf ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, werden wir uns wundern, wie viele noch den Tourismus verlassen. Für konstruktive Gespräche und Verhandlungen, um hier die richtigen Weichen zu stellen, ist meine Türe stets offen“, betont Tusch.

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