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vida: FPÖ verrät österreichische ArbeitnehmerInnen

Hebenstreit: „Regionalisierung der Mangelberufsliste löst keine Probleme“

Mit heftiger Kritik reagiert Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, auf die FPÖ-Pläne, die Mangelberufsliste zu regionalisieren: „Das ist ein Bruch sämtlicher Versprechen, die die Freiheitlichen jemals der Bevölkerung gegeben haben. Versprochen wurde eine rot-weiß-rote Politik und eine Politik für all jene Menschen, die bereits im Land sind. Dazu gehören selbstverständlich auch sämtliche EU-Bürgerinnen und Bürger, weil sie ja den Österreicherinnen und Österreichern gleichgestellt sind. Von dieser vollmundigen blauen Ankündigung ist schon jetzt nur mehr ein Scherbenhaufen übrig. Dieser Umfaller ist ein weiterer Beweis dafür, wer hinter den Kulissen wirklich die Fäden zieht und wie Kanzler Kurz und sein Team, Strache und Co. über den Tisch ziehen.“

Heimisches Job-Potential nutzen

Mit Ende Dezember 2017 waren in Österreich rund 440.000 Menschen auf Arbeitssuche. „Warum will niemand in diese Menschen investieren? EU-weit sind sogar 18 Millionen Menschen ohne Job. Es wäre ein leichtes für Unternehmen auf diese Arbeitskräfte zurückzugreifen. Doch sie werden offenbar auch nicht gewollt. Warum nur?“, fragt sich Hebenstreit. Die Antwort liegt für den vida-Vorsitzenden auf der Hand: „Viele Unternehmer in Österreich wollen sich Ausbildungskosten und Lohnsteigerungen ersparen. Sie wollen Menschen, die ihnen ausgeliefert sind. Sie sollen durch eingeschränkte und befristete Arbeitsbewilligungen möglichst an einem Arbeitgeber gebunden sein, um sie ausbeuten zu können.“

Schwarze Schafe endlich zur Verantwortung ziehen

„Das permanente Rufen nach einer Ausweitung der Mangelberufsliste macht den Vorschlag auch nicht besser. Viel wichtiger ist doch die Frage: Warum machen, gerade im Tourismus, so viele Menschen einen Bogen um die Branche?“, so Hebenstreit. In der Gastronomie und im Tourismus werden seit Jahren Lehrlinge und Absolventinnen und Absolventen von Tourismusschulen durch katastrophale Bedingungen aus der Branche gedrängt bzw. überhaupt abgeschreckt in diesem Berufsfeld eine Karriere zu starten. „Die Branche kommt dabei völlig ungeschoren davon. Betriebe ersparen sich Ausbildungskosten und bieten keinerlei Job-Anreize für 440.000 arbeitssuchende Menschen in Österreich und 18 Millionen in der europäischen Union. Die Branche ist aufgefordert, endlich ihre Hausübungen zu machen und so die Probleme zu lösen“, stellt Hebenstreit klar. Nur ordentliche Arbeitsbedingungen und Ausbildung sowie Einhaltung der Arbeitszeitgrenzen sind der richtige Weg, um dem Fachkräftemangel in Österreich wirksam entgegenzuwirken: „Der Ruf nach billigen Arbeitskräften aus dem EU-Ausland wird das Problem nicht lösen. Abgesehen davon, dass es nicht sein kann, dass die Kosten der Migration die Allgemeinheit tragen soll und Unternehmer Gewinne für unterlassene Investitionen einstreichen.“

Gute Arbeitsbedingungen beenden Fachkräftemangel

Viele Tourismusregionen steuern in dieser Wintersaison auf neue Gästerekorde zu. „Auch wenn uns die Wirtschaft einen nationalen Notstand in Österreichs Küchen und Gaststuben suggerieren will, ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein Gast auf sein Schnitzel verzichten musste. Meine Botschaft ist daher eindeutig: Wir brauchen keine Regionalisierung der Mangelberufsliste bzw. eine Ausweitung der Liste. Wichtiger ist es, die Liste der Betriebe mit vielen Mängeln drastisch zu kürzen. Wer seine Beschäftigten auspresst, braucht sich nicht über einen Mangel an Fachkräften wundern“, so vida-Gewerkschafter.
„Nicht nur, dass offenbar die Ruhezeiten für Tourismusbeschäftigte drastisch gekürzt und dringend benötigte Erholungsphasen gestrichen werden sollen, torpediert die FPÖ zum Start ins neue Jahr erneut die guten Arbeitsplätze in der Tourismusbranche. Mit einem neuerlichen Kniefall vor der Wirtschaft droht heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern jetzt auch noch die Gefahr von Lohndumping aufgrund der Billig-Konkurrenz aus dem EU-Ausland. Die Wirtschaft ist aufgefordert, dem einen Riegel vorzuschieben und in sozialpartnerschaftlicher Tradition gemeinsam mit uns, eine Lösung zu finden. Die Zeiten der Gesprächsverweigerung, wenn es um die Verbesserung der Rahmenbedingungen geht, sind vorbei.“

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