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Industrie 4.0 – Die Zukunft von Arbeit-Mensch-Maschine

Austausch von Gewerkschaft und ExpertInnen im Arbeitsweltmuseum Steyr

Austausch von Gewerkschaft und ExpertInnen im Arbeitsweltmuseum Steyr

Smart Factory, Big Data und Internet der Dinge  - Schlagworte, die derzeit die Diskussion rund um die sogenannte Industrie 4.0 beherrschen. Doch welche Auswirkungen hat dies alles auf die Arbeitswelt?  Diese Frage stand im Mittelpunkt der BetriebsrätInnen-Konferenz der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) in Steyr. Unter dem Titel „Die Zukunft von Arbeit-Mensch-Maschine“ gaben namhafte Experten Einblick in aktuelle Entwicklungen.
Für Wilfried Sihn vom Fraunhofer Institut ist Industrie 4.0 „keine Revolution sondern eine Evolution“. Industrie 4.0 werde Arbeitsplätze kosten, „wenn man es richtig macht, können aber auch neue Arbeitsplätze entstehen“. Jedoch, so Sihn, werde eine „zeitliche Diskrepanz dazwischen liegen“.  Klar sei, dass man in der Frage der Bildung neue Wege gehen müsse, hier müsse die österreichische Politik endlich Veränderungsbereitschaft zeigen.
Produktiver in Teams

Sozialpsychologe Andreas Olbrich-Baumann ging darauf ein, wie die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung die Menschen am Arbeitsplatz beeinflusst. „Arbeitnehmer benötigen die soziale Situation.“ Studien hätten gezeigt, dass Menschen produktiver seien, wenn sie in Teams zusammenarbeiten und direkten Kontakt zu den Vorgesetzen haben. Er appellierte, auch in der Industrie 4.0 den sozialen Austausch in den Betrieben zu forcieren, denn „sonst werden die Mitarbeiter kränker“.
Wolfgang Zitz, Vice President Contract Manufacturing bei Magna Steyr, präsentierte die aus Sicht seines Unternehmens die Chancen durch Industrie 4.0. Er betonte, dass sich die Arbeitswelt verändern wird, „aber sie hat sich immer verändert und der Mensch wird weiterhin im Mittelpunkt stehen“. Magna Steyr Betriebsrat Thomas Stoimaier sieht ebenfalls keinen Grund zur Angst. Vielmehr stehe man vor „neuen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen“. Für ihn sind zwei Aspekte wichtig: Die Aus- und Weiterbildung und einen Weg zu finden, wie man mit den Arbeitnehmern in der Altersstufe 45 plus umgeht, „die sich teilweise mit den neuen Entwicklungen schwertun.“

Nur sieben Prozent weltweit in freien Gewerkschaften
Matthias Hartwich von IndustriAll Global hält die Annahme für falsch, „dass technologischer Fortschritt auch gesellschaftlichen Fortschritt bringt“. Derzeit haben 80 Prozent der Weltbevölkerung keine soziale Absicherung für Krankheit, Arbeitslosigkeit und Alter, 40 Prozent leben von weniger als zwei US-Dollar pro Tag und nur sieben Prozent der weltweit Beschäftigten sind in freien und unabhängigen Gewerkschaften organisiert. Er plädiert dafür, die internationale Solidarität in der Gewerkschaftsbewegung zu stärken, „denn viele europäische Unternehmen, die sich hier an die Regeln halten, agieren in Mexiko oder Indien ganz anders.“
Peter Schissler, Bundessekretär der PRO-GE, betonte, dass man auf all diese Entwicklungen nun Antworten der Gewerkschaft finden müsse. Man habe deshalb die Plattform „Industrie 4.0“ gemeinsam mit dem BMVIT, AK, IV und den Fachverbänden FMMI und FEEI ins Leben gerufen, um den Wandel aktiv mitzugestalten und sicherzustellen, dass auch die Interessen der ArbeitnehmerInnen gewahrt werden.

 

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