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Nachfolge geregelt

Mit 84,7 Prozent zu Nachfolger Staudingers gewählt

Hermann Haneder neuer Vorsitzender des ÖGB Niederösterreich


Hermann Haneder ist heute offiziell zum Nachfolger Josef Staudingers als Vorsitzender des ÖGB NÖ gewählt worden. Auf der außerordentlichen Landeskonferenz des Gewerkschaftsbundes erhielt er 84,7 Prozent der Delegiertenstimmen. Haneder plädierte für eine überfraktionelle Zusammenarbeit der GewerkschafterInnen in der Wirtschaftskrise. Die Konferenz stand auch im Zeichen des Abschieds von Josef Staudinger.

Es war ein eindeutiges Votum für den neuen ÖGB-Vorsitzenden. Dass er als Nachfolger Josef Staudingers ein großes Erbe antritt, ist ihm bewusst. "Josef Staudinger hat es immer verstanden, Einigkeit zu erzielen und damit große Herausforderungen zu bewältigen." Große Herausforderungen würden auch jetzt bevorstehen, Stichwort Kollektivvertragsverhandlungen und Wirtschaftskrise. "Wir sind ein Bollwerk gegen Sozialabbau und Arbeitslosigkeit." Bei den aktuellen Verhandlungen ginge es darum, dass ÖGB und Arbeiterkammer hinter den Fachgewerkschaften stehen. Als Beispiel griff Haneder Alfred Artmäuer, den Semperit-Betriebsratsvorsitzenden und geschäftsführenden Vorsitzenden der Gewerkschaft der ChemiearbeiterInnen heraus. "Alfred, wir wissen, wie hart es bei dir im Betrieb zugeht. Wir stehen hinter dir. Wir lassen dich nicht allein."

Die ÖGB-Reform, die Josef Staudinger begonnen hat, müsse fortgeführt werden, sagte Haneder. "Wir müssen die BetriebsrätInnen noch enger an die Gewerkschaft holen und sie noch besser unterstützen." Als Schwerpunkte für die nächsten Jahre skizzierte Haneder den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit, für eine Integration behinderter ArbeitnehmerInnen und eine bessere Gleichstellung von Frauen sowie für einen besseren Sozialstaat. "Die Mindestsicherung ist gut. Aber mir reicht sie nicht, wenn ich auf die Lebenshaltungskosten schaue."

Staudinger: "Menschen erkennen täglich mehr, wie sehr sie uns brauchen."

Der scheidende ÖGB-Vorsitzende Josef Staudinger bedankte sich bei den Anwesenden für die gute Zusammenarbeit. "Wir waren nicht immer der gleichen Meinung, aber wir haben uns immer in Einigkeit gefunden." Aus dem ÖGB NÖ seien immer wieder entscheidende Impulse für die Gewerkschaftsarbeit auf Bundeseben ausgegangen. Besonders stolz sei er auf die große ÖGB-Demonstration gegen die Pensionsreform und auf die ÖGB-Reform. "Hier ging es um das Überleben des ÖGB." Er lege seine Arbeit vertrauensvoll in die Hände Hermann Haneders. Jetzt sei es besonders wichtig, für die Menschen da zu sein. "In dieser Krise erkennen die Menschen täglich mehr, wie sehr sie eine starke ArbeitnehmerInnenvertretung brauchen."

Alfred Schöls sprach als Vertreter der FCG Fraktion dem scheidenden Präsidenten Josef Staudinger seine Anerkennung aus. In Richtung des neuen Vorsitzenden wandte sich Schöls mit dem Angebot einer Zusammenarbeit: "Wir sind bereit miteinander den Weg einer starken Arbeitnehmervertretung zu gehen."

ÖGB-Präsident Foglar: "Vermögen stärker belasten"

ÖGB Präsident Erich Foglar bekannte sich klar zu den Lohn- und Gehaltsforderungen für die ArbeitnehmerInnen, auch im öffentlichen Dienst. Er zeigte auf, dass alles daran gesetzt werden müsse, das Wirtschaftswachstum stärker anzukurbeln, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Finanziert werden dürfe das nicht allein aus Steuern auf Arbeit. "Wir brauchen eine echte Steuerreform, die Vermögen be- und Arbeit entlastet."

Als Ehrengast bekannte sich Landeshauptmannstellvertreter Sepp Leitner zu einer starken Gewerkschaft und zu einer Politik für die ArbeitnehmerInnen. "Wer glaubt, dass es eine positive Entwicklung in Niederösterreich oder auf Bundesebene ohne starken ÖGB geben kann, der irrt."


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