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"Es greift völlig zu kurz, die jetzt weltweit um sich greifende Wirtschaftskrise bloß auf einen Betriebsunfall innerhalb des Finanzsystems zurück zu führen. Sie ist die Folge einer jahrzehntelangen Fehlentwicklung in der Verteilung von Geld und Ressourcen, die grundlegend korrigiert werden muss", erklärt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP), Wolfgang Katzian im Rahmen einer Tagung des GPA-djp-Bundesvorstandes.
"Neue Regulierungen des Finanzsystems sind notwendig. Hinter der Krise steht jedoch auch ein massives Verteilungsproblem. Die jahrelang konsequente Umverteilung der Einkommen von unten nach oben hat die Anhäufung von Vermögen ermöglicht, das an den Finanzmärkten spekulativ angelegt wurde und so die Krise begünstigt hat. Daneben kam es zur Privatisierung von Systemen der sozialen Sicherheit, die nun als Folge der Finanzkrise massiv unter Druck geraten. In den letzten Jahren ist die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander gegangen. Alleine in Österreich sind die Geldvermögen seit der zweiten Hälfte der 90er-Jahre um ein Viertel gestiegen. Mit dem Argument, das Wachstum anzukurbeln, wurden Unternehmen massive Steuergeschenke gemacht. Profitiert haben davon vor allem Superreiche und Spitzenmanager", so Katzian.
"Das größte Augenmerk muss man jetzt der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit schenken. Denn Massenarbeitslosigkeit würde die Krise weiter vertiefen und die öffentlichen Haushalte zusätzlich belasten. Ich halte aber alle Überlegungen, durch Lohn- und Gehaltskürzungen der Krise zu begegnen, für fatal. Man würde damit einen Weg, der in die Krise geführt hat, nur weiter beschreiten. Statt Lohnzurückhaltung und einem weiteren Absinken der Lohnquote brauchen wir gerade jetzt Maßnahmen, die die Kaufkraft der Menschen stärken, denn eine stabile Inlandsnachfrage ist ein wesentlicher Faktor, wenn unsere Wirtschaft wieder aus der Krise finden soll", so Katzian abschließend.
Datum:
21.11.2008
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