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Der sehnlichste Wunsch des am 8. Oktober 1912 in Wien geborenen Anton Benya war, Mechaniker zu werden. Nach eigenen Angaben wollte Benya einfach das "blaue Gewand" des Facharbeiters tragen. Diesem Berufsstolz und seinem bodenständigem Lebensstil blieb Benya bis in die höchsten Ämter sein Leben lang treu. Nach dem Abschluss der Lehre als Starkstromelektriker und ersten Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung, einigen Haftstrafen während der austrofaschistischen Diktatur kam Benya, damals Mitglied des Zentralvorstandes der Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter, im Jahre 1948 als Organisationssekretär in den ÖGB. Im September 1963 wurde Benya am 5. ÖGB-Bundeskongress zum ÖGB-Präsidenten gewählt. Eine Funktion, die er bis zum 11. Bundeskongress im Oktober 1987 ausübte.
Bei der Eröffnungsrede 1987 sagte Benya: "Der Bundeskongress des ÖGB wurde schon einmal als Parlament der Arbeit bezeichnet. Ich glaube es liegt darin ein wenig Wahrheit, denn Sie kommen alle aus Sparten: Arbeiter, Angestellte, Beamte und Freiberufler. Es sind alle Bundesländer, politische und weltanschaulichen Richtungen vertreten. Es war eine große Leistung der Männer und Frauen der ersten Stunde, diesen überparteilichen aber nicht unpolitischen ÖGB zu schaffen. Als Gewerkschafter müssen wir uns mit Fragen der Lohn- und Sozialpolitik, der Wirtschaftspolitik, der Humanisierung der Arbeits- und der Um-Welt, Internationale und Friedens-Politik befassen, aber nicht Parteipolitik machen. Das ist Sache der politischen Parteien. Und so ist die Geschlossenheit innerhalb des Österreichischen Gewerkschaftsbundes über 42 Jahre erhalten geblieben. Und ich bin auf Grund meiner Erfahrungen überzeugt, dass der auch weiterhin im Interesse der Arbeitnehmer bestehen bleiben werden wird."
> Anton Benya am 11. ÖGB-Bundeskongress 1987
(MP3-Datei, 1,2 MB)
Nach seinem Rückzug aus der Politik hielt sich Benya mit Kommentaren zurück - ausgenommen am Fußballplatz als Präsident von "Rapid". Einmal meldete sich Benya jedoch auch politisch zurück. Als im Jahre 2001 die Regierung von ÖVP und FPÖ mit dem bewährten System der Sozialpartnerschaft in Österreich zu brechen drohte, trat Benya ein letztes Mal mit knapp 90 Jahren am 5. Juli 2001 bei einer Demonstration am Wiener Ballhausplatz auf die Bühne: Wenn die Regierung glaubt, "sie könne dieses Sozialwerk zerstören, dann sagen wir: Seid vorsichtig! Treten wir an, bevor es zu spät ist. Denn wir kommen wieder. Dann werden wir den Menschen beweisen, was freie Gewerkschaften in diesem Lande möglich machen. Wir kommen wieder!" Anton Benya starb am 5. Dezember 2001 im 90. Lebensjahr.
Zu seinem 60 Geburtstag wurde 1972 der "Anton-Benya-Stftungsfonds zur Förderung der Facharbeit" ins Leben gerufen. Aus den Zinserträgen des Vermögens werden alle zwei Jahre an hervorragende Projekte Hauptpreise, Einzelpreise, Förderungspreise sowie Anerkennungspreise vergeben. Damit soll der Wert und die Bedeutung der Facharbeit - insbesondere der manuellen Arbeit - der Öffentlichkeit bewusst gemacht und ihr gesellschaftliches Ansehen gefördert werden.
Am 6. Oktober 2006 fand die 17. Preisverleihung aus dem "Anton-Benya-Sitftungsfonds" statt.
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