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Als erste ÖGB-Landesorganisation gründet der ÖGB Oberösterreich am 21. Jänner 2010 in Linz eine gewerkschaftsübergreifende "ARGE Gesundheitsberufe", in der alle ArbeitnehmerInnen aus dem Gesundheitswesen gemeinsam ihre Interessen vertreten. Menschen, die in Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen arbeiten, schließen sich in der ARGE zusammen. Sprecher der ARGE ist Branko Novakovic, Betriebsratsvorsitzender im AKh Linz.
Ausbildung im Pflegebereich reformieren
Ein Ziel der neuen "ARGE Gesundheitsberufe" ist eine Ausbildungsreform im Pflegebereich. "In allen EU-Ländern, außer Österreich und Deutschland, schließen diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen ihre Ausbildung mit Maturaniveau ab. Das ist auch bei uns überfällig und würde zu einer Aufwertung des Pflegeberufs beitragen", sagt Novakovic. Handlungsbedarf ortet er auch bei den Arbeitsbedingungen. "Dem Pflegepersonal werden immer neue administrative Aufgaben zugemutet. Die psychischen und physischen Belastungen im Gesundheits- und Sozialwesen müssen dringend evaluiert werden."
Personal der Qualifikation entsprechend einsetzen
Das österreichische Gesundheits- und Sozialsystem sei eines der besten und effizientesten der Welt. "Statt für bessere Bedingungen in diesen Berufen zu sorgen, sei immer nur von Einsparungspotenzial im Gesundheitswesen die Rede", kritisiert Novakovic. "Gleichzeitig sind Pflegehelfer in Krankenhäusern oft nur gut bezahlte Reinigungskräfte, weil sie nicht für jene Aufgaben herangezogen werden, für die sie ausgebildet sind und es gleichzeitig an Reinigungspersonal mangelt. Und die Arbeitsbelastung des diplomierten Personals steigt weiter."
Keine Zerschlagung der Interessenvertretung
Eine klare Absage erteilt der Sprecher der "ARGE Gesundheitsberufe" Vorstößen, eine eigene Pflegekammer zu schaffen. "Wir wehren uns gegen eine Ausgliederung aus der Arbeiterkammer, weil das nur eine Zerschlagung einer gemeinsamen Interessenvertretung und damit eine Schwächung der ArbeitnehmerInnen bedeuten würde", betont Novakovic.
Datum:
21.01.2010
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