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Jeder kleine Fortschritt muss hart erkämpft werden

Republik gedachte Anton Benyas, der heute 100 Jahre alt geworden wäre

"Sein Weg – 100 Jahre Anton Benya", unter diesem Titel fand heute im Parlament eine Festveranstaltung zu Ehren des ehemaligen ÖGB-Präsidenten und 1. Nationalratspräsidenten Anton Benya statt. Benya wäre heute 100 Jahre alt geworden. Knapp 350 Gäste aus Politik, Gewerkschaftsbewegung und Sozialpartnerschaft wohnten der Feier bei.

Prammer: Gelebte Solidarität

"Anton Benya hat Vieles zum Besseren verändert", sagte Mag.a Barbara Prammer, Präsidentin des Nationalrates, in ihrer Begrüßungsansprache. "Benya war geprägt von Krieg, Armut und schwierigen sozialen Verhältnissen. Er hat sehr früh einen Sinn für soziale Gerechtigkeit entwickelt. Solidarität blieb für Benya nie eine Worthülse, er hat dafür gekämpft, sie von anderen eingefordert und dafür gelebt." Prammer ging weiters darauf ein, dass Vieles im parlamentarischen Prozedere auf die Zeit Benyas zurückging, unter anderen die Erneuerung der Parlamentsdirektion oder die Verbesserung der räumlichen Situation für die Abgeordneten.

Faymann: Maßgeblicher Baumeister Österreichs

"Benya hat immer in direkter Sprache klar gemacht, worum es geht", sagte Bundeskanzler Werner Faymann. Was man erarbeitet habe, davon stünde den ArbeitnehmerInnen auch ein gerechter Anteil zu, zitierte Faymann Anton Benya. Benya gehöre zu den großen Baumeistern der zweiten Republik, das sei inzwischen eine Selbstverständlichkeit. "Er hat mit anderen gemeinsam maßgeblich am Wiederaufbau und an der Entwicklung der Demokratie in Österreich mitgebaut. Die richtigen politischen Schlüsse nach den Erfahrungen des Dritten Reichs, das Suchen nach gemeinsamen Lösungen, das hat Benya gelebt. Er hat hart, direkt und emotional für seine Sache gekämpft, aber nie in persönlicher Feindschaft, sondern im Wissen über die Grenze des Zumutbaren für den Anderen."

Leitl: Benya hätte Freunde mit Entwicklung Österreichs

Beim Zurückdenken solle man nicht nur der Vergangenheit, sondern auch der Zukunft einen großen Stellenwert geben, sagte Dr. Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. "In der Zeit Benyas ist Österreich eine Insel der Seligen mit nationaler Autonomie gewesen, heute gibt es diese Autonomie nur mehr sehr eingeschränkt", machte Leitl die Unterschiede zwischen Benyas Zeit und der Gegenwart deutlich. "Würde Präsident Benya heute hier sein, er hätte eine Freude mit den Daten, wie sich dieses Österreich entwickelt hat." Das würde gerade auf die Beschäftigungsdaten zutreffen, die für ihn immer ein wichtiges Kriterium gewesen seien. "In Benyas Zeit wurden die Grundlagen für den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union gelegt", führte Leitl weiters aus. "Benya und Sallinger haben den Beitritt aktiv unterstützt und waren sich durchaus bewusst, dass dabei auch Probleme zu bewältigen sein werden." Benya wäre aber an der Entwicklung, die Österreich genommen habe, so Leitl, sicherlich erfreut.

Neugebauer: Blieb sich immer treu

"Benya hatte gelernt, dass man keine reale Macht zugunsten einer Vision aufgeben darf", sagte Fritz Neugebauer, Zweiter Präsident des Nationalrates. Benyas Erfahrung mit der Notzeit seien zum Kompass für seine Einstellungen und sein Handeln geworden. "Er blieb sich im Denken und in seiner Sprache treu. Er schielte nicht nach oben, sondern wollte einen Weg zum Besten des Landes gehen." Auch den Nationalrat habe er als dessen Präsident klug und ruhig geführt, auch durch alle Turbulenzen. Neugebauer würdigte Benyas Persönlichkeit abschließend: "Benya war ein Mächtiger, aber die Macht allein erklärt noch nicht die Anerkennung, die ihm zuteilwurde."

Edlinger: Fußball war Teil seiner Welt

"Benya war ein politischer Mensch, sein Einfluss prägte Österreich jahrzehntelang", sagte Rudolf Edlinger, ehemaliger Finanzminister und Präsident des SK Rapid, und erinnerte an eine weitere Leidenschaft von Anton Benya abseits der Politik: "Fußball war für ihn mehr als ein Hobby, er war ein Teil seiner Welt, der ihn seit seiner Jugend faszinierte." Rapid, dessen Präsident Benya war, habe ihm immer schon durch die Kampfkraft der Mannschaft imponiert, sagte Edlinger. Durch seinen Einfluss sei Rapid nicht nur einmal gerettet worden. "Benya galt auch in Fußballerkreisen als stets bescheiden und großzügig, als Mensch der bei allen beliebt war. Selbst die Anhänger des Stadtrivalen haben ihm Respekt gezollt."

Foglar: Benyas Wirken ist bis heute präsent

Der 100. Geburtstag Anton Benyas sei "ein guter Anlass um uns allen ins Gedächtnis zu rufen, dass gerade für uns ArbeitnehmerInnen noch nie etwas vom Himmel gefallen ist", sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar. "Wir mussten uns jeden kleinen Fortschritt immer hart erkämpfen und wir müssen das auch in Zukunft tun." Benyas Wirken sei auch in der heutigen Arbeitswelt noch präsent: "Wenn Betriebsräte tagtäglich ihre Kollegen und Kolleginnen im Betrieb vertreten, dann tun sie das auf Basis jenes Arbeitsverfassungsgesetzes, dessen Grundstein in der Ära Benya gelegt wurde. Arbeitszeitverkürzungen, die Ausdehnung des Mindesturlaubs, das Nachtschwerarbeitsgesetz und vieles mehr prägen noch heute unseren Arbeitsalltag. Wenn wir heute Kollektivverträge verhandeln – auch nicht immer konfliktfrei, wie wir dieser Tage wieder erleben müssen – können wir auf eine langjährige Praxis erfolgreicher Verhandlungen aufbauen, die Anton Benya mitgestaltet hat. Sein Credo, immer eine Lösung auf dem Verhandlungsweg vorzuziehen, aber wenn nötig auch den Konflikt nicht zu scheuen – das leben wir auch heute noch."

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