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#Frauentag: Drei Frauen, ein Bild

Mutig, stark, selbstbewusst - dennoch in vielen Bereichen benachteiligt

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März 2018 holen die ÖGB-Frauen unter dem Motto „Wir tragen Verantwortung und die Kleidung, die wir wollen“ drei vollkommen unterschiedliche Frauen vor den Vorhang. Sie sprechen anders, sie denken anders und sie kleiden sich anders. Aber sie haben auch so einiges gemeinsam: Sie sind mutig, selbstbewusst und wissen, was sie wollen.

Ob im Dirndl, Anzug oder mit Tätowierung – Namita (Sales- und Marketing-Assistentin), Seda (Organisationsassistentin) und Elisabeth (A1–Angestellte) sind gut ausgebildet und erbringen ihre Leistung am Arbeitsplatz. Privat sind sie verantwortungsvolle Mütter, Töchter, Schwestern, Enkelinnen und Nichten. So wie viele andere Frauen sind sie oft einer Mehrfachbelastung ausgesetzt – neben dem Beruf liegen die Kindererziehung, Pflegebetreuung von Angehörigen und die Haushaltsführung in ihrer Verantwortung. „Diese Frauen sind zwar nur Einzelbeispiele, zeigen aber, dass sich Frauen mit ihrer Leistung nicht verstecken brauchen und viel mehr können, als ihnen oft zugetraut wird“, sagt Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende.

Eine klare Absage erteilen die ÖGB-Frauen daher jenen, die Frauen am liebsten wieder in der Küche und am Herd sehen wollen. „ Gleichberechtigung fängt nicht damit an, Frauen vorzuschreiben, wie sie ihr Leben gestalten sollen oder wie sie sich zu kleiden haben. Wir lassen uns die harterkämpften Frauenrechte nicht wieder nehmen und werden diese lautstark verteidigen – sei es am Arbeitsplatz, bei der Bezahlung, aber auch wenn es um ihre körperliche Selbstbestimmung geht“, betont Anderl.

Auf gutem Weg, aber noch nicht am Ziel

In der Theorie wird Gleichberechtigung groß geschrieben, die Realität ist jedoch eine andere: Seit dem ersten Frauentag im Jahr 1911 wurden zwar viele Verbesserungen für Frauen erzielt, von einer echten Gleichstellung kann aber nach wie vor keine Rede sein. Im Schnitt verdienen Frauen hierzulande um 21,7 Prozent weniger als Männer, erhalten 40 Prozent weniger Pension, sind stärker von Armut betroffen, verrichten einen Großteil der unbezahlten Arbeit und stoßen auf dem Weg zu Führungspositionen an die „berühmte“ gläserne Decke. „Auch heute brauchen Frauen bei allem, was sie fordern, einen langen Atem. Wir wären einen großen Schritt weiter, wenn sich mehr Frauen, und vor allem Männer, solidarisch zeigen und den jahrzehntelangen Schrei der Frauen nach Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit unterstützen würden“, erklärt die Frauenvorsitzende.

Forderungen der ÖGB-Frauen

Um die Situation von Frauen zu verbessern und ihnen vor allem eine eigenständige Existenz zu sichern, braucht es ein Bündel an Maßnahmen. Der Ausbau von flächendeckender, leistbarer Kinderbetreuung muss rasch fortgesetzt, die Einkommenstransparenz auf betrieblicher Ebene weiterentwickelt und die geschlechtergerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit gefördert werden.

Auch den Veränderungen, die künftig durch die rasch voranschreitende Digitalisierung entstehen, müssen sich viele Frauen stellen. Denn gerade in frauendominierten Branchen wie dem Handel und Bankwesen sind diese bereits jetzt unübersehbar, Stichwort: Selbstbedienungskassen, Online-Banking. Um den digitalen Umbruch gut meistern zu können, muss verstärkt in die Aus- und Weiterbildung investiert werden. Nicht nur, um aufzusteigen oder im Beruf zu bleiben, sondern auch um mit den strukturellen Veränderungen besser mitzukommen und gegebenenfalls in neu entstehende Berufsfelder umsteigen zu können.
 

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