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Arbeitszeit: 60-Stunden-Woche verschärft Situation im Tourismus

vida-Tusch: „Beschäftigte sind am Limit und können weiter ausgepresst werden“

„Das war ein lupenreiner Anschlag auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land, durchgeführt vom Konzern-Kanzler", kommentiert Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, die gestrige Ho-Ruck-Einführung der 60-Stunden-Arbeitswoche inklusive 12-Stunden-Arbeitstag. „Das ist ein Kniefall vor der heimischen Tourismuswirtschaft. Wann wird die Politik endlich Maßnahmen vom Tourismus einfordern, die ordentliches Arbeiten in dieser Branche für die heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder möglich macht? Mit den jetzt beschlossenen Regelungen werden sich die Menschen noch weiter von den Arbeitsplätzen im Tourismus entfernen. Ich kann die nächste Diskussion zum Thema Mangelberufsliste schon jetzt hören“, so Tusch.

   „Der beispiellose Lohn- und Gesundheitsraub wurde quasi im Blindflug durchgepeitscht. Die Parlamentarier und Parlamentarierinnen haben keine Ahnung mehr, was sie eigentlich beschließen bzw. durchwinken. Müssen sie auch nicht, da es ihnen ohnehin vorgegeben, wie sie abzustimmen haben. Fragen und eigene Meinungen sind in Bewegungen und Listen offenbar lästig und daher nicht mehr erwünscht“, steht für den vida-Gewerkschafter außer Zweifel.

   Zwtl.: Fake News von ahnungslosen Branchenkennern

   Umso schlimmer findet es Tusch, wenn jetzt auch von Branchenkennern wie dem Gastronomen Toni Mörwald alternative Fakten, etwa im heutigen Kurier-Interview, präsentiert werden. „Was Mörwald hier von sich gibt, war wahrscheinlich zu seiner Lehrzeit so. Danach hat er sich offenbar nicht mehr darum gekümmert, welche Fortschritte es gegeben hat, denn sonst würde er wissen, wie die Kollektivverträge in Österreich tatsächlich aussehen“, so Tusch.

   Ähnliches gilt auch für ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer: „Hören Sie endlich damit auf, zu behaupten, Wahrheiten werden verdreht. Sie wissen es von ihren Mitgliedsbetrieben selbst, dass wir noch lange nicht bei einer 5-Tage- bzw. 40-Stunden-Woche als Normalarbeitszeit angekommen sind. Schauen sie in ihre Saisonbetriebe, und sie werden sehen, dass dort keine Dienstverträge unter 48-Stunden angeboten werden.“

   Lob für alle Betriebe und nicht nur für Konzerne gibt es von Tusch erst dann, „wenn sie gemeinsam mit uns ordentliche Rahmenbedingungen auf betrieblicher Ebene zulassen und diese auch leben. Es genügt nicht, sie auf geduldiges Papier zu schreiben. Sie müssen auch tatsächlich umgesetzt werden.“ Für den vida-Gewerkschafter ist dies das einzige Rezept, um künftig dem Fachkräftemangel zu entgehen und das Image der Branche aus dem Keller zu holen. „Mitnichten wollen wir als Gewerkschaft die Branche und die Betriebe schlechtmachen. Uns geht es um ordentliche Arbeitsbedingungen und ein menschenwürdiges Leben für die Beschäftigten in ihrer Arbeitswelt. Auch wenn die Politik gestern klargemacht hat, dass Gesetze mittlerweile auf Bestellungen der Industrie erlassen werden und das Geld und nicht der Mensch im Mittelpunkt steht.“

 

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