Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.
www.oegb.at

Working Poor

Hälfte der Beschäftigten kommt kaum mit Einkommen aus

Rund drei Viertel der Reinigungskräfte, Kassierkräfte im Handel, Friseure und Kosmetiker kommen mit Lohn oder Gehalt schlecht aus. Sieben Prozent der Beschäftigten in Österreich - das sind rund 220.000 Personen - kommen mit ihrem Einkommen gar nicht aus. Trotz Arbeit gelten sie damit als arm ("Working Poor"). Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Arbeitsklima-Index der AK Oberösterreich.

Gastro und Reinigung

In einigen Branchen ist es für Beschäftigte besonders schwierig finanziell über die Runden zu kommen. 74 Prozent der befragten Kellner im Gastgewerbe gaben an, dass ihr Einkommen nicht oder kaum zum Leben ausreicht. Bei Reinigungskräften (75 Prozent), Handels-Kassierkräften (77 Prozent), bei Friseuren und Kosmetikkräften (79 Prozent) sind die Werte ähnlich hoch. In diesen Branchen ist der Frauenanteil besonders hoch.

Die Berechnung des Arbeitsklima-Index beruht auf Umfragen der Wiener Sozialforschungsinstitute SORA und IFES unter Beschäftigen in Österreich und umfasst eine repräsentative Stichprobe von 4.000 Befragten pro Jahr. Der Arbeitsklima-Index wird im Auftrag der Arbeiterkammer seit dem Frühjahr 1997 zweimal jährlich berechnet und veröffentlicht. Zusätzlich gibt es Sonderauswertungen.

1.700 Euro Mindestlohn muss sein

Die Arbeiterkammer fordert genau wie der ÖGB eine deutliche Anhebung der Gehälter in den Niedriglohnbranchen. 1.700 Euro Mindestlohn und 850 Euro Mindestlehrlingsentschädigung und das 14-mal im Jahr, ist das Mindeste, das Menschen fürs Leben zusteht. „Die Regierung hat den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche beschlossen. Daher braucht es neben ordentlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen aber auch Regeln für die Arbeitszeit”, forderte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian bei der ersten österreichweiten KV-VerhandlerInnen-Konferenz am 18.September. Auch für die Arbeitszufriedenheit spielt das Einkommen eine zentrale Rolle. Gute Nachrichten konnte AK-OÖ-Präsident Johann Kalliauer auch verkünden: "Die Zahl der Menschen, die von ihrem Einkommen leben können, ist dank Steuerreform, Mindestlohn und guter Gehaltsabschlüsse in den vergangenen Jahren leicht gestiegen." Dennoch würde die Lohnquote und die mittlere Realeinkommen sinken.

Frauen besonders betroffen

Manche Personengruppen sind besonders von Einkommensarmut betroffen: Laut Umfrage reicht für 8 Prozent der weiblichen Beschäftigen das Einkommen nicht aus. Bei Personen mit Migrationshintergrund liegt dieser Wert bei 9 Prozent, Alleinerzieherinnen (11 Prozent), Pflichtschulabsolventen (13 Prozent) und in den letzten 12 Monaten von Arbeitslosigkeit betroffenen Personen (23 Prozent). Frauen seien im Vergleich zu Männern deutlich häufiger von Erwerbsarmut betroffen, weil sie oft in Teilzeit, in schlechter bezahlten Branchen arbeiten und Alleinerzieherinnen sind, sagte SORA-Mitarbeiter Daniel Schönherr bei der Pressekonferenz.

MigrantInnen häufiger überqualifiziert und unzufrieden

Bei der Auswertung des Arbeitsklima Index wurde diesmal auch die Arbeitszufriedenheit der rund 866.000 Beschäftigten mit Migrationshintergrund näher analysiert. Sie sind deutlicher unzufriedener als Beschäftigte mit österreichischen Wurzeln. Migrantische Beschäftigte würden häufig in Jobs arbeiten, für die sie überqualifiziert seien, sagte IFES-Mitarbeiter Georg Michenthaler.

Youtube
Facebook
Flickr
Kassenfusion: Alles nur heiße Luft!

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

ÖGB Newsletter

Hier erhalten Sie wöchentlich die wichtigsten Informationen des ÖGB zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Berichte, Veranstaltungstipps und vieles mehr.
Geschlecht
Geschlecht:
Name
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt