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Gewalt an Frauen

ÖGB-Frauen fordern ausreichend Mittel für Frauenberatungsstellen

Beschimpft, bedroht, geschlagen, vergewaltigt: Jede fünfte Frau in Österreich ist jeden Tag sexueller und/oder körperlicher Gewalt ausgesetzt. Europaweit ist jede dritte Frau betroffen. Das geht aus einer EU-weiten Studie hervor, für die 42.000 Frauen befragt wurden. Auch die im vergangenem Jahr ins Rollen gekommene #MeToo-Debatte macht die Dimension der Übergriffe gegen Frauen deutlich: Die Zahl der Anfragen bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft ist gestiegen. „Betroffene von sexueller Belästigung berichten, dass sie sich durch die Kampagne darin bestärkt fühlten, Belästigungen zu melden“, heißt es in dem Gleichbehandlungsbericht für die Jahre 2016 und 2017.

Kürzungen sind der falsche Weg

Gerade Frauen in Notsituationen brauchen geeignete Anlaufstellen und Beratungsmöglichkeiten. Und genau hier kürzt die Regierung. Für 2018 wurde das Förderbudget des Frauenministeriums um 179.000 Euro gekürzt, 2019 sollen weitere 230.000 Euro gestrichen werden. Angesicht der ansteigenden Zahlen der Übergriffe gegen Frauen ist das unverständlich. Statt einer Kürzung des Budgets braucht es laut ÖGB-Frauen ausreichend finanzielle Mittel, um die Angebote aufrecht erhalten zu können und Frauenhäuser, Gewaltschutzzentren und Frauenberatungsstellen weiter auszubauen.

„Frauenberatungsstellen bieten frauenspezifische Beratung an und helfen Frauen und Mädchen bei der Lösung ihrer individuellen Probleme“, sagt Christa Ressl von der Beratungsstelle Mostviertel. Trennung, Scheidung, häusliche und sexuelle Gewalt, aber auch Ess-Störungen, Armut und Beruf sind die häufigsten Probleme, mit denen sich Frauen und Mädchen an die Beraterinnen wenden. So stand im Jahr 2017 die Frauenberatungsstelle Mostviertel 591 Klientinnen in 874 Einzelberatungen unterstützend und beratend zur Seite. „Dazu kommen Gruppenangebote, mit denen wir weitere 1.497 Personen erreicht haben. Darüber hinaus bieten wir Prozessbegleitung und Psychotherapie an, was zusätzlich 46 Frauen in Anspruch genommen haben“, erzählt Ressl.

Beratungsstellen unterschiedlich betroffen

In Niederösterreich gibt es insgesamt zehn Frauenberatungsstellen. Viele beraten nicht nur Frauen, sondern auch ganze Familien. Die Beratungsstellen sind von den Kürzungen unterschiedlich stark betroffen. In St. Pölten wurden zum Beispiel heuer die Mittel für die Familienberatungsstelle um fünf Prozent gekürzt. Auch wenn das nicht nach viel Geld klingt, führt es dazu, dass weniger Betroffene beraten werden können. Ressl berichtet hingegen, dass die Kürzungen im Mostviertel zum Teil wieder zurückgenommen wurden. Ob dieser Fall auch in St. Pölten eintreten wird, ist noch ungewiss.

Mehr Informationen:

Frauenberatung Mostviertel
Gleichbehandlungsbericht 2016/2017
Leitantrag der ÖGB-Frauen

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