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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Praktikum: Worauf muss man achten?

Wer in den Ferien arbeitet, sollte vorher klären: Geht es um eine Ausbildung oder einen Job?

Die Suche nach einem Praktikum im Sommer ist längst angelaufen. Damit der erste Kontakt mit der Arbeitswelt ein positiver ist, sollten Jugendliche und Eltern schon vorher einige Fragen klären, um später böse Überraschungen zu vermeiden. Das wichtigste ist, den Unterschied zwischen Ferienjob und Praktikum zu kennen.

Ein Ferienjob muss normal bezahlt werden

Wer in den Ferien einfach nur Geld verdienen will, sucht sich am besten einen Ferienjob. Der ist arbeitsrechtlich ein befristetes Dienstverhältnis und muss dementsprechend laut Kollektivvertrag bezahlt werden. In der Regel gelten auch alle anderen Bestimmungen, die der Kollektivvertrag enthält, wie zum Beispiel Urlaubs-und Weihnachtsgeld. Wer mehr als ein Monat lang arbeitet, muss einen Dienstzettel erhalten. Philipp Ovszenik, Bundesjugendsekretär der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), empfiehlt aber immer, also auch wenn man weniger als ein Monat arbeitet, auf einen Dienstzettel zu bestehen. Auf diesem müssen nämlich die Tätigkeit, Beginn und Ende der Beschäftigung, das Arbeitsausmaß, Arbeitszeit und Bezahlung festgehalten werden.

Urlaub, Pausen, Versicherung

Wer arbeitet, hat auch eine Pause verdient. „Jugendliche dürfen nur maximal 8 Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche arbeiten, Überstunden sind grundsätzlich verboten“, erklärt der ÖGJ-Bundesjugendsekretär. Ab 4,5 Stunden Arbeit steht Jugendlichen außerdem eine halbe Stunde Pause zu. „Deshalb ist es immer sinnvoll Arbeitszeiten aufzuzeichnen“, so Ovszenik. Da der Ferienjob ein normales befristetes Dienstverhältnis ist, hat man in einem Monat auch zwei Urlaubstage erworben. „Die werden beim Ferienjob nicht immer konsumiert. Daher ist es wichtig am Ende seinen Gehaltszettel zu kontrollieren, ob diese Urlaubstage ausbezahlt wurden“, so der Jugendsekretär. Auf dem Lohn-/ oder Gehaltszettel müssen außerdem das aliquote Urlaubs- und Weihnachtsgeld und allfällige Überstunden angeführt sein. „Und man muss korrekt sozialversichert sein, also krankenlosen-, pensions- und arbeitslosenversichert sein.“

Was gilt beim Praktikum?

Typisch sind etwa die Pflichtpraktika in Berufsbildenden Schulen wie der HTL, HBLA oder HAK. Diese werden im Schul- oder Studienplan vorgeschrieben und sind im Gegensatz zum Ferienjob ein Ausbildungsverhältnis. „Kaffeekochen, Kopieren oder andere Tätigkeiten, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben, zählen also nicht dazu“, weiß auch Christian Hofmann (GPA-djp). Er ist Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft, die auch PraktikantInnen organisieret und berät. Die Bezahlung im Pflichtpraktikum ist meist niedriger als in einem Ferienjob, weil PflichtpraktikantInnen keine Arbeitskräfte, sondern zur Ausbildung im Betrieb sind. In vielen Branchen gibt es dafür eigene Regelungen im Kollektivvertrag. „Das Problem bei dem ganzen Praktikumsthema ist, dass oftmals ein Praktikum angeboten wird, die Betroffenen dann aber normal im Betrieb mitarbeiten, dafür aber nicht bezahlt werden“, beklagt Hofmann.

Worauf achten?

Wichtig ist auf jeden Fall zu wissen, ob man ein Pflichtpraktikum oder einen Ferienjob absolviert. „Viele wissen das ganz einfach nicht und landen dann bei uns in der Beratung, weil sie zum Beispiel in einem Betrieb ganz normal gearbeitet haben, aber mit 200 Euro abgespeist wurden“, erzählt Hofmann. „Das geht natürlich nicht. In solchen Fällen intervenieren wir als Gewerkschaft für die Betroffenen und erreichen dann, dass das richtige Gehalt nachbezahlt wird.“ Wer vorher seine Rechte kennt, kann sich besser vor Ausbeutung schützen und hat dann auch positivere Erlebnisse in der Arbeit und im Praktikum.

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