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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Arbeitszeiterfolge in der Industrie

Teil 3: KV-Verhandlungen bringen bezahlte Pausen, höhere Zuschläge und mehr Wahlfreiheit

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen sind die Gewerkschaften mit dem klaren Ziel angetreten, einen Ausgleich für die negativen Auswirkungen des 12-Stunden-Tages bzw. der 60-Stunden-Woche  zu schaffen. „Wir haben uns vor den Verhandlungen zum Ziel gesetzt, dass sich einerseits die lange Arbeitszeiten für Beschäftigte auch lohnen müssen und andererseits jene geschützt werden müssen, die Überstunden ablehnen“, erinnert PRO-GE-Vorsitzender Rainer Wimmer. GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher blickt zufrieden zurück: „Wir haben viele Verbesserungen für die Beschäftigten erreicht.“

Die Gewerkschaften konnten in zahlreichen Branchen wie der Metallindustrie, der Elektronikindustrie und in der Brauindustrie gemeinsam Arbeitszeitverbesserungen durchsetzen:
 
Brauindustrie
  • 100-Prozent-Zuschlag für die 11. und 12. Arbeitsstunde bzw. ab der 51. Wochenstunde
  • Bezahlte Pause von 10 Minuten nach der 11. Stunde

Alkoholfreie Erfrischungsgetränkeindustrie
  • 100-Prozent-Zuschlag für die 11. und 12. Arbeitsstunde, sofern es sich um die dritte bzw. vierte Überstunde des Tages handelt, bzw. ab der 51. Wochenstunde
Papierindustrie und Textilindustrie
  • Ab 1.1.2020: 100-Prozent-Zuschlag für die 11. und 12. Arbeitsstunde bzw. ab der 51. Wochenstunde
  • Stärkere Antrittsrechte beim Verbrauch von erworbenem Zeitguthaben
Elektro-/Elektronikindustrie
  • 100-Prozent-Zuschlag für die 11. und 12. Arbeitsstunde bzw. ab der 51. Wochenstunde
  • Bezahlte Pause von 15 Minuten bei überlangen Arbeitszeiten
  • Freizeitoption: Anstelle der Ist-Lohnerhöhung 64 Stunden zusätzliche Freizeit pro Jahr möglich (wenn Betriebsvereinbarung abgeschlossen wird)
Obst-, Gemüseveredelungs- und Tiefkühlindustrie
  • Einvernehmen mit dem Betriebsrat ist vor Leistung einer 11. und 12. Arbeitsstunde bzw. 3. und 4. Überstunde am Tag herzustellen
  • Bezahlte Pause von 15 Minuten
  • Abgeltung für das An-/Ablegen vorgeschriebener Arbeitskleidung in Form von „Kurzpausen“ im Gesamtausmaß von acht Minuten pro Schicht oder Arbeitstag (Zusammengerechnet ergeben beide Pausen mehr als vier Arbeitstage pro Jahr)
Süßwarenindustrie
  • Einvernehmen mit dem Betriebsrat ist vor Leistung einer 11. und 12. Arbeitsstunde bzw. 3. und 4. Überstunde am Tag herzustellen
  • Vor diesen Überstunden jeweils eine zehnminütige bezahlte Pause
  • Abgeltung für das An-/Ablegen vorgeschriebener Arbeitskleidung in Form von „Kurzpausen“ im Gesamtausmaß von acht Minuten pro Schicht oder Arbeitstag
Zuckerindustrie
  • Einstündiger Zeitzuschlag, wenn zwölf Stunden im Kampagnen-Schichtbetrieb gearbeitet werden
  • Zustimmung des Betriebsrates bei einem 12-Stunden-Tag notwendig
Metallindustrie
  • Mindestens 50-prozentige Zuschläge an Samstagen und mindestens 150-prozentige Zuschläge an Sonn- und Feiertagen
  • Wahlfreiheit der ArbeitnehmerInnen, sich zwischen Zeit und Geld zu entscheiden
  • 100-Prozent-Zuschlag ab dritter Stunde über der Normalarbeitszeit sowie ab der 51. Arbeitsstunde in der Woche
  • Erhöhung der Nachtarbeits- bzw. Nachtschichtzulage in vier Jahresetappen um insgesamt 28 Prozent
  • Zusätzliche bezahlte Pause von mindestens zehn Minuten bei Tagesarbeitszeiten von mehr als zehn Stunden
  • 18-minütige bezahlte Pause pro Schicht für außerordentliche zusätzliche Wochenend- und Feiertagsarbeit
  • Ablehnungsrecht für freiwillige 11. und 12. Arbeitsstunde
Metallgewerbe
  • Nach zehn Stunden künftig eine zusätzliche bezahlte Pause von zehn Minuten
  • 75-prozentiger Zuschlag ab der dritten Überstunde eines Arbeitstages, 100-prozentiger Zuschlag ab 19 Uhr
  • Neues Arbeitszeitmodell: Innerhalb eines Durchrechnungszeitraums von acht bzw. 13 Wochen kann die tägliche Normalarbeitszeit auf zehn Stunden ausgedehnt werden, wenn die durchschnittliche wöchentliche Normalarbeitszeit innerhalb dieses Zeitraums 36 Stunden nicht überschreitet. Die Normalarbeitszeit darf in einzelnen Wochen 50 Stunden (bei acht Wochen Durchrechnung) bzw. 48 Stunden (bei 13 Wochen) nicht überschreiten.

​​Mehr Informationen
Elektronikindustrie: +3,4 Prozent
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Teil 1: 4-Tage-Woche, Altersteilzeit und Weiterbildung im Handel

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Protestmarsch der Beschäftigten im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich
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