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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Opel in der Krise

Gewerkschaften unterstützen betroffene ArbeitnehmerInnen mit Sozialplan

Die österreichische Automobilindustrie hat schon bessere Zeiten gesehen. Das zeigt sich auch beim geplanten Personalabbau von Opel. Während in den 1990er-Jahren noch rund 3.000 MitarbeiterInnen im Werk in Wien Aspern arbeiteten, sind es jetzt nur mehr 1.400. Und bis zu 400 weitere Beschäftige sollen dieses Jahr noch eingespart werden. Die Gewerkschaft springt in so einem Krisenfall ein und unterstützt die betroffenen ArbeitnehmerInnen – beispielsweise mit einem Sozialplan.

Österreichische Automobilindustrie zählt rund 30.000 Beschäftigte

Die österreichische Automobilindustrie wurde unter Bundeskanzler Bruno Kreisky ausgebaut. Bereits Ende der 1970 Jahre wurde von ihm ein neues Automobilwerk in Auftrag gegeben und Opel startete daraufhin 1982 die Produktion von Motoren und Getrieben auf einem 600.000 m² Gelände in Wien-Aspern. Im Jahr 1995 war das Werk mit 3.000 MitarbeiterInnen am Höhepunkt der Produktion, heute sind es rund 1.400 MitarbeiterInnen.

Im gesamten Automobilsektor in Österreich sind rund 30.000 MitarbeiterInnen in etwa 140 Unternehmen beschäftigt, deren Kollektivverträge von den Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp verhandelt werden. Die Automobilindustrie hat eine Exportquote von 88 Prozent und erwirtschaftet damit knapp 11 Prozent des gesamten BIP (=Bruttoinlandsprodukt) in Österreich. Weitere große österreichische Hersteller neben Opel sind beispielsweise BMW, Magna und MAN.

Opel fährt seit Jahren einen rigorosen Sparkurs

Im Zuge der Weltwirtschaftskrise 2008 geriet auch die Automobilindustrie ins Schleudern und die Produktion in Wien-Aspern wurde kurzzeitig komplett eingestellt. Bereits damals wurden etwa 150 LeiharbeiterInnen abgebaut und ein Großteil der fixen ArbeiterInnen in Kurzarbeit geschickt. Jahr für Jahr wurden daraufhin mehr Stellen abgebaut.

Im Jahr 2017 wurde Opel komplett vom französischen PSA-Konzern übernommen, zu dem auch Peugeot und Citroen gehören. Der neue Konzerninhaber startete einen massiven Sparkurs. Um eine Schließung des Opel-Werks zu verhindern, investierte die Stadt Wien eine Förderung von rund einer Million Euro. Trotzdem wurden 2018 erneut 100 Stellen abgebaut. Jetzt hat Opel angekündigt, bis Ende des Jahres weitere 350 bis 400 MitarbeiterInnen abzubauen – fast ein Drittel der gesamten Belegschaft.

Gewerkschaft hilft den Beschäftigten im Krisenfall

Bereits im Jahr 2015 wurde zwischen Belegschaft und Geschäftsführung ein Standortsicherungspaket vereinbart, um das Werk in Aspern und die Arbeitsplätze langfristig abzusichern. Dafür haben die Beschäftigten sogar auf zwei Prozent ihres Lohnes verzichtet (=Lohnabschmelzung). Trotzdem wurden weiter zahlreiche MitarbeiterInnen gekündigt.

Die Gewerkschaften sehen sich von der Geschäftsführung betrogen und bekämpfen die erste bereits erfolgte Lohnabschmelzung beim Arbeits- und Sozialgericht Wien: „Die zweite Stufe des Lohnverzichtes ist obsolet, denn Konzern und Geschäftsführung wurden gegenüber den ArbeitnehmerInnen wortbrüchig. Die Beschäftigten können sich auf die Unterstützung durch die Gewerkschaften verlassen“, sagen Toni Steinmetz, Landessekretär der PRO-GE Wien, und Mario Ferrari, Geschäftsführer der GPA-djp Wien.

Unterstützung durch Sozialplan und Arbeitsstiftung

Die Gewerkschaften und Betriebsräte verhandeln bis Ende April mit der Opel-Geschäftsführung über die Verlängerung des bereits im Vorjahr ins Leben gerufenen Sozialplans, der die betroffenen ArbeitnehmerInnen bestmöglich unterstützen soll.

Eine eigens eingerichtete Arbeitsstiftung beim Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff), die von der Stadt Wien und dem AMS finanziert wird, ist Teil des Sozialplans. Diese Stiftung bietet Möglichkeiten zur Umschulung, Umorientierung und Weiterbildung. Alle StiftungsteilnehmerInnen bekommen während der Stiftungsteilnahme „Stiftungsarbeitslosengeld“, das dem Arbeitslosengeld entspricht.

Mehr Informationen:
Opel-Stellenabbau trifft Ältere
Opel streicht bis zu 400 Arbeitsplätze

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Protestmarsch der Beschäftigten im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich
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