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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

„Danke“ an Kurz und Strache für den „gestohlenen“ Feiertag

EU ermöglicht allen Österreichern zusätzlichen Feiertag – Regierung lehnt ab

Die Beschäftigten in Österreich hätten sich einen zusätzlichen Feiertag am Karfreitag mehr als verdient, bekräftigt die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH). „Bekommen“ haben sie von der Bundesregierung stattdessen nur die Möglichkeit, einen Urlaubstag gegen einen Feiertag einzutauschen. Hunderttausende haben überhaupt einen Feiertag verloren und die Wirtschaft erspart sich so 30 Millionen Euro an Feiertagsentgelt.

Nach dem Urteil des EuGH (Europäischer Gerichtshof) hat die Bundesregierung die Möglichkeit gehabt, mit einem freien Karfreitag für alle eine saubere Lösung zu schaffen. „Das wäre – wenn man bedenkt, dass im Jahr im Schnitt zwei Feiertage auf einen Samstag oder Sonntag fallen und der Freitag ohnehin für viele Menschen nur ein halber Arbeitstag ist – für die Unternehmen verkraftbar“, bekräftigt GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch.
Dabei zählten die österreichischen Vollzeitbeschäftigten schon vor dieser Arbeitszeitverlängerung zu den Europameistern bei der tatsächlichen Jahresarbeitszeit. Die Normalarbeitszeit betrug 1.738 Stunden, im EU-Schnitt betrug sie 1.720 Stunden. Deutlich geringer war die Arbeitszeit in Staaten wie Deutschland, Schweden oder Frankreich (vgl. Eurofound, 2016).

„Es ist schon eine ziemliche Unverfrorenheit, sich angesichts dieser Fakten hinzustellen und zu behaupten, man könne sich einen zusätzlichen Feiertag nicht leisten. Dank dieser Regelung der schwarz-blauen Bundesregierung erspart sich die Wirtschaft 30 Millionen Euro an Feiertagsentgelt“, sagt Muchitsch.

Am 19. April gibt es den Karfreitag seit 2019 Jahren. Seit 1974 war er für Evangelische und Altkatholiken ein Feiertag. In 13 EU-Ländern ist der Karfreitag überhaupt ein gesetzlicher Feiertag für alle.

Muchitsch: „Schade, dass Kurz und Strache diesen Elfmeter für die arbeitenden Menschen nicht verwandelt haben. Nach der Arbeitszeitverlängerung durch den 12-Stunden-Tag, 60-Stunden-Woche und der Jahresarbeitszeitverlängerung sowie viermal Arbeiten an Wochenenden hätten sich unsere Beschäftigten diesen kleinen Ausgleich mehr als verdient. Statt den Feiertag für alle zu ermöglichen, haben Kurz und Strache diesen den Menschen in Österreich ‚gestohlen’.“
 

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