Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Viele Deutsche ohne Urlaubsgeld

Hohe Löhne sind nicht der Grund – aber fehlende Kollektivverträge

Niedriglohnquoten im Vergleich Österreich/ Deutschland/ Schweiz
Viele Deutsche ohne Urlaubsgeld. Hohe Löhne sind nicht der Grund – aber fehlende Kollektivverträge. Niedriglohnquoten im Vergleich Österreich/ Deutschland/ Schweiz Niedriglohnquoten im Vergleich Österreich/ Deutschland/ Schweiz

In Österreich bekommen die meisten ArbeitnehmerInnen Urlaubsgeld – weil die Gewerkschaften das in so gut wie alle Kollektivverträge hineinverhandeln konnten. In Deutschland hingegen bekommt eine/r von zwei ArbeitnehmerInnen gar kein Urlaubsgeld! Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung.

Immer wieder wird das damit begründet, dass die Menschen in Deutschland viel höhere Löhne bekommen würden als in Österreich – deswegen würden sie kein Urlaubs- und auch kein Weihnachtsgeld brauchen. Das ist aber Unsinn: In Deutschland gibt es einen riesigen Niedriglohnsektor und vor allem die Menschen mit den kleinen Einkommen könnten Urlaubs- und Weihnachtgeld mehr als brauchen.

Warum in Deutschland viele Menschen kein Urlaubsgeld bekommen

„Die Wahrscheinlichkeit, ob ein Beschäftigter Urlaubsgeld erhält oder nicht, ist von mehreren Faktoren abhängig“, sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs der Hans-Bückler-Stiftung, Thorsten Schulten. „Mit Abstand am wichtigsten ist die Frage, ob im Unternehmen ein Tarifvertrag gilt.“ Ein Tarifvertrag ist die deutsche Entsprechung zum österreichischen Kollektivvertrag. ArbeitnehmerInnen mit Tarifvertrag erhalten zu 69 Prozent Urlaubsgeld, Beschäftigte ohne Tarifvertrag hingegen nur zu 36 Prozent.

Für viele gilt: Kein Tarifvertrag, kein Urlaubsgeld

Hätten also mehr Deutsche einen Kollektivvertrag, dann würden wohl auch mehr von ihnen Urlaubsgeld bekommen. Allerdings können Unternehmen einfach den Arbeitgeberverband, der den Tarifvertrag verhandelt, verlassen – und dann gilt der Tarfvertrag nicht mehr. Die Folge: In Ostdeutschland stehen nur mehr 44 Prozent der Beschäftigten unter dem Schutz des Tarifvertrags, im Westen sind es auch nur 57 Prozent. Deutsche Gewerkschaften wollen den Kampf gegen diese Tarifflucht aufnehmen.

Tarifflucht in Österreich nicht möglich

In Österreich bekommen viel mehr Menschen Urlaubsgeld, weil für fast alle ArbeitnehmerInnen ein Kollektivvertrag gilt. Die Tarifabdeckung beträgt 98 Prozent. Ein Grund dafür: Dank der gesetzlichen Mitgliedschaft der Unternehmen in der Wirtschaftskammer, die die meisten Kollektivverträge verhandelt, kann eine Firma nicht einfach aus dem KV flüchten. Deshalb und weil die Gewerkschaften in jeder Lohnrunde dafür kämpfen, bekommen die meisten ArbeitnehmerInnen Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Weitere Informationen
Urlaubsgeld fällt nicht vom Himmel
A&W-Blog: Die Entwicklung des Niedriglohnsektors

Newsletterauswahl

Bleib in Krisenzeiten informiert!

Abonniere jetzt den ÖGB-Newsletter und erhalte die wichtigsten aktuellen Nachrichten zum Thema "Arbeitswelt & Corona" in dein Postfach - gratis, kompakt und natürlich jederzeit kündbar!
Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.

Artikel weiterempfehlen

Wir sind für Sie Da!
Österreichischer Gewerkschaftsbund
Johann-Böhm-Platz 1
A-1020 Wien
Telefon: +43 / 1 / 534 44 39
e-Mail: oegb@oegb.at
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt English