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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Wer vertritt unsere Interessen im Nationalrat?

Abgeordnete spiegeln nicht die Bevölkerungsstruktur wieder - ein großer Teil ist Berufspolitiker

Abgeordnete spiegeln nicht die Bevölkerungsstruktur wieder - ein großer Teil ist Berufspolitiker 36 Prozent der Abgeordneten sind Berufspolitiker, 15 Prozent sind Angestellte, zwei Abgeordnete sind Arbeiter, 27 Prozent Selbstständige

Laut einer aktuellen Studie sehen vier von zehn ÖsterreicherInnen die Demokratie in Gefahr. Zwei Drittel aller Befragten bemängeln, dass „das Volk“ zu wenig Möglichkeiten zur Mitbestimmung hat und wenig in politische Prozesse eingebunden ist. Aus diesem Anlass hat sich oegb.at angeschaut, wie der Nationalrat zusammengesetzt ist und inwiefern er die österreichische Bevölkerung wirklich repräsentiert.

Nur zwei Abgeordnete sind Arbeiter

Ein großer Anteil der Abgeordneten ist Berufspolitiker — satte 36 Prozent. Die restlichen gehen neben ihrer Funktion noch einem anderen Beruf nach. Bei kleineren Parteien ist der Anteil an Berufspolitikern meist höher. Schaut man sich die Berufsgruppen an, sind einige verhältnismäßig zur österreichischen Bevölkerung über- und einige unterrepräsentiert.
 



Obwohl 52 Prozent der Berufstätigen in Österreich Angestellte sind, sind es unter den Abgeordneten nicht mehr als 15 Prozent. Bei den ArbeiterInnen ergibt sich ein noch drastischeres Missverhältnis: Gerade einmal zwei Abgeordnete (Wolfgang Knes und Dietmar Keck, beide SPÖ) sind Arbeiter, obwohl der Anteil der ArbeiterInnen in der berufstätigen Bevölkerung bei 26 Prozent liegt. Während ArbeitnehmerInnen kontinuierlich unterrepräsentiert sind, sind Selbstständige überproportional vertreten: Von allen Berufstätigen sind 12 Prozent selbstständig, unter den Abgeordneten hingegen sind es ganze 27 Prozent.

Zusammensetzung des Nationalrats ist nicht repräsentativ

Auch wenn es um die Zusammensetzung des Nationalrats nach Geschlechtern geht, zeigt sich die fehlende Repräsentativität: Von den 183 Abgeordneten sind gerade einmal ein Drittel, knapp 34 Prozent, Frauen – obwohl mehr als die Hälfte der österreichischen Bevölkerung weiblich ist. Und auch in Sachen Alter entspricht die Zusammensetzung des Nationalrats nicht der Bevölkerungsstruktur: Unter den Abgeordneten liegt das Durchschnittsalter bei knapp unter 50 Jahren, das Durchschnittsalter der Bevölkerung hingegen nur bei knapp 43 Jahren.


Fazit: Die Zusammensetzung des Nationalrats ist alles andere als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Dabei sollte das Parlament die Bevölkerungsstruktur und -gruppen möglichst widerspiegeln, um ein breites Spektrum an Meinungen und Interessen abzubilden. Denn die Demokratie lebt von Mitbestimmung. Ob es im neuen Nationalrat mehr ArbeitnehmerInnen, mehr Frauen und mehr junge Abgeordnete geben wird, werden wir nach dem 29. September sehen.
 

Weitere Informationen:
Demokratie unter Druck

 

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