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Krankenstandsgründe sollen überprüft werden

Kassenumbau: Bespitzelung durch Arbeitgeber bringt die Beschäftigten in Gefahr

Nach dem Kassenumbau folgt der nächste Angriff der Wirtschaft auf die ArbeitnehmerInnen. Laut einem Forderungspapier der Wirtschaftskammer soll eine Verschärfung bei Krankenständen kommen: Arbeitgeber sollen damit künftig Krankenstände der MitarbeiterInnen überprüfen können.

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) ist entschieden dagegen – und zwar aus mehreren Gründen:

  • Für ArbeitnehmerInnen ist es sehr unangenehm zu wissen, dass der Arbeitgeber stets ihre Krankheitsgeschichte einsehen kann.
  • Besonders fragwürdig erscheint es, wenn der Arbeitgeber weiß, dass jemand an psychischen Erkrankungen und Depressionen leidet und in Therapie geht oder Medikamente einnehmen muss.
  • Darüber hinaus gibt es Situationen, die lieber nicht am Arbeitsplatz geteilt werden. Beispielsweise Fehlgeburten, nach denen Arbeitgeber annehmen können, dass die betroffene Arbeitnehmerin bald wieder schwanger wird.
  • Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt/Ärztin und ArbeitnehmerIn ändert sich maßgeblich. Außerdem ist der Weg von einer Lockerung des Arztgeheimnisses bis hin zu einer genauen Diagnosestellung nicht mehr weit.
  • In Kombination mit einer ebenfalls geforderten Anordnung einer Krankenstands-Überprüfung durch den Arbeitgeber kann sich für ArbeitnehmerInnen eine besonders kritische Situation ergeben.

Immer weniger Krankenstandstage

Einen Anlass für die Bespitzelung der Beschäftigten durch die Arbeitgeber gibt es übrigens nicht: Denn das Krankenstandsniveau in Österreich vergleichsweise ohnehin sehr niedrig. Die durchschnittliche Anzahl der Krankenstandstage hat 1980 mit 17,4 Tagen den Höchstwert erreicht. Von da an gingen die Krankenstände sukzessive zurück, 2018 lag der Schnitt bei 13,1 Tagen. Deshalb wehrt sich der ÖGB gegen die Gesundheitsspionage und fordert stattdessen eine Ausweitung der Berufskrankheitenliste.

 

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