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Für Regierung ist Tourismus nur Wirtschaftsmotor

Türkis-Grün hat keine Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen geplant

Das türkis-grüne Regierungsprogramm hat dem Thema Tourismus ein ganzes Kapitel gewidmet. Darin wird die Schönheit der österreichischen Natur sowie die einzigartige Kunst und Kultur unseres Landes ausdrücklich hervorgehoben.

Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, sieht allerdings "Licht und Schatten" für den Tourismus im Regierungsprogramm. Positiv bewertet werden Schritte gegen Overtourism und strengere Regelungen für AnbieterInnen von privaten Unterkünften auf Online-Plattformen.

Der Arbeitskräftemangel und die schlechten Arbeitsbedingungen sind allerdings nur am Rande Thema – im Fokus von Türkis-Grün steht der Tourismus als Wirtschaftsmotor.

Untragbare Arbeitsbedingungen sorgen für Personalmangel

Rund 200.000 Beschäftigte arbeiten aktuell in der österreichischen Tourismusbranche. Sie sind großem Stress und körperlichen Belastungen ausgesetzt und generell unzufriedener mit ihrem Arbeitsplatz, als ArbeitnehmerInnen anderer Branchen. Das bestätigt Jahr für Jahr der Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Oberösterreich.

Das Einkommen ist niedrig, die Dienstpläne chaotisch, die Ruhezeiten kurz und das Arbeitsklima schlecht. Diese Arbeitsbedingungen sorgen dafür, dass qualifiziertes Personal fehlt.

Was es braucht:

  • Ordentliche Bezahlung
  • Dienstplansicherheit
  • Ausreichend Ruhezeiten
  • Hochwertige Ausbildungen
  • Wertschätzendes Arbeitsklima

„Um die Tourismusbranche für Beschäftigte wieder attraktiver zu machen und MitarbeiterInnen langfristig an sich zu binden, müssen Arbeitgeber endlich ordentliche Rahmenbedingungen schaffen. Erschöpfte und demotivierte MitarbeiterInnen sind der falsche Weg, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein“, betont auch Berend Tusch.

Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida

Regierung will Billigarbeitskräfte statt bessere Arbeitsbedingungen

Türkis-grün hat den Fachkräftemangel, der zu großen Teilen den Tourismus betrifft, im Regierungsprogramm anerkannt und will als Lösung des Problems die Rot-Weiß-Rot-Card “überarbeiten“ – diese Karte berechtigt qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten, eine bestimmte Zeitspanne lang für einen bestimmten Arbeitgeber in Österreich zu arbeiten.

Statt Arbeitsbedingungen zu verbessern, wollen ÖVP und Grüne die Gehaltsgrenzen also weiter senken, um noch billigere Arbeitskräfte zu beschäftigen. Das führt zu Lohndumping und zu einem gegenseitigen Ausspielen der Beschäftigten. Das lehnt der ÖGB ganz klar ab.

Die Rot-Weiß-Rot-Card berechtigt Fachkräfte aus Drittstaaten, eine bestimmte Zeitspanne lang für einen bestimmten Arbeitgeber in Österreich zu arbeiten. Die Rot-Weiß-Rot-Card berechtigt Fachkräfte aus Drittstaaten, eine bestimmte Zeitspanne lang für einen bestimmten Arbeitgeber in Österreich zu arbeiten.

Der Fachkräftemangel ist hausgemacht“, weiß Berend Tusch von der Gewerkschaft vida. „Wer seine MitarbeiterInnen und Lehrlinge hochwertig ausbildet, fair behandelt und ordentlich entlohnt, braucht sich nicht vor Personalmangel fürchten. Es braucht nicht mehr Beschäftigte aus Drittstaaten – es braucht ein familienfreundliches Arbeitsleben, das eine ausgeglichene Work-Life-Balance ermöglicht und Menschen wieder für die Arbeit im Tourismus begeistert.“

Fazit: Der Fachkräftemangel ist hausgemacht – Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Tourismus fehlen im Regierungsprogramm völlig. Türkis-Grün will den Personalmangel stattdessen mit einer weiteren Senkung der Gehaltsgrenzen der Rot-Weiß-Rot-Card bekämpfen. Der ÖGB spricht sich ganz klar gegen Billigarbeitskräfte aus.

 

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