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Arztbesuche: Jeder Dritte wird vom Chef unter Druck gesetzt

ÖGB-Umfrage zu Arztbesuchen offenbart massiven Druck mancher Arbeitgeber auf die Beschäftigten

Was machen, wenn dein Arbeitgeber die Kontrolle über deine Arztbesuche haben will? Darüber hat oegb.at vergangene Woche exklusiv berichtet. Nun ist auch das Ergebnis der Umfrage in der ÖGB-Community da: Auf die Frage „Hat dich dein Arbeitgeber schon einmal wegen Arztterminen unter Druck gesetzt?”, kamen von den ÖGB-Facebook-Fans hunderte Rückmeldungen. Insgesamt haben 771 UserInnen abgestimmt - das Ergebnis ist erschreckend: 284 Befragte - also gut ein Drittel - wurden von ihrem Arbeitgeber schon einmal wegen eines Arzttermins unter Druck gesetzt. 

Ein Drittel unter Druck gesetzt 

„Mein Chef hat mich gleich 3-Mal angerufen, weil er mich in der Arbeit braucht und nicht Zuhause. Auch bei dem einzigen Tag Urlaub, den ich dort beantragt habe, wurde ich sofort gefragt, ob ich am nächsten Tag eh wiederkomme”, berichtet Hannes M. aus seinem Alltag. Vera G. fügt hinzu, dass es immer darauf ankomme, wann ÄrztInnen offen haben: „Ich sag immer, ich brauche nachmittags Termine und mir wird selten ein geeigneter Termin angeboten”. 

Renate L. sprach, nachdem ihr vom Arbeitgeber Druck gemacht wurde, ihren Arzt darauf an, der sie unterstützte: „Mein Arzt konnte beweisen, dass ich wirklich zu ihm in die Praxis muss.” Diese Erfahrungen sind keine Einzelfälle. Über Facebook erreichten den ÖGB viele ähnliche Schilderungen.  

„Mein Chef meinte damals, als ich schwanger war, ich solle meinen Gynäkologen wechseln, um die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen außerhalb der wöchentlichen 40 Stunden-Arbeitszeit absolvieren zu können”, sagt Gerda L.

Wenig Veränderung 

Dora S. etwa wurde von ihrem Chef angemault, weil sie eine Stunde bei ihrem Arzt war - und das, obwohl sie den Termin vorher in der Arbeit bekannt gab: „Legen Sie ihre Arzttermine gefälligst außerhalb ihrer Arbeitszeiten”, bekam sie prompt zu hören. In manchen Betrieben hat sich seit Jahrzehnten nicht viel geändert, wie Gerda L. zu berichten weiß - auch vor 40 Jahren schon konnte man ähnliche Falle beobachten: „Mein Chef meinte damals, als ich schwanger war, ich solle meinen Gynäkologen wechseln, um die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen außerhalb der wöchentlichen 40 Stunden-Arbeitszeit absolvieren zu können”. 

Für Gerhard W. kommt ein Wechsel gar nicht in Frage: „Mir geht es ja auch um Vertrauen zwischen mir und meinem Arzt, da wechsle ich doch nicht, nur weil mein Arbeitgeber das will”, sagt er abschließend. Auch der ÖGB sieht das so und unterstützt Betroffene dabei, ihre ÄrztInnen frei wählen zu können.  


Was der ÖGB sagt: Wir haben frei ÄrztInnenwahl in Österreich. Setz dich als Betroffene/Betroffener für deine ÄrztInnenwahl ein! Der ÖGB
unterstützt dich dabei!
 

Wir unterstützen dich beim Kampf gegen ungerechte Arbeitsbedingungen: Jetzt Mitglied werden!

 

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