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Lehrlinge müssen weiter ausgebildet werden

Auch Berufsschulen und tausende Lehrlinge sind im Distance Learning. In der öffentlichen Debatte spielen sie leider kaum eine Rolle.

Wie es den zukünftigen Fachkräften Österreichs mit ihrer Ausbildung während des Lockdowns geht, war in den letzten Tagen kaum Thema. Zu den erschwerten Bedingungen mit Homeoffice, Kurzarbeit und Abstandsregeln, die jede betriebliche Ausbildung schwieriger machen, kam jetzt auch noch Distance Learning dazu.

„Dass das bei BerufsschülerInnen schon im ersten Lockdown suboptimal funktioniert hat, war für die Bundesregierung aber offenbar auch kein Grund hier vorzusorgen“, sagt Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Dass alle Schulen nun erneut schließen, sei eine „Katastrophe für die Zukunft junger Menschen”. 

Den Lehrlingen fehlt die entsprechende Unterrichtszeit in den Werkstätten für den fachpraktischen Unterricht.

Unterricht in Werkstätten fehlt 

Lehrlinge würden unter den Schulschließungen außerdem am meisten leiden. Es fehlen die digitale Ausstattung und der Platz für ruhiges Lernen zuhause. „Es kann nicht sein, dass erneut mehr als 100.000 Lehrlinge in diesem Land aufs Abstellgleis gestellt werden. Auch ihre berufliche Zukunft und Bildung stehen auf dem Spiel“, betont die Jugendvorsitzende.  

Wie schon beim ersten Lockdown fehlt den Lehrlingen die entsprechende Unterrichtszeit in den Werkstätten für den fachpraktischen Unterricht. „Dort wird einerseits die Arbeit mit den verschiedenen Materialien, Produkten, Werkstoffen, Werkzeugen, Maschinen und Anlagen als Ergänzung zur Ausbildung im Betrieb gelehrt und anderseits wird den Lehrlingen dadurch ermöglicht, an Maschinen zu arbeiten, an denen sie im Betrieb nicht ausgebildet werden können“, erklärt ÖGB-Bundesjugendsekretär Philipp Ovszenik. 

Beim Distance Learning brauchen Lehrlinge Unterstützung 

Jugendliche beklagen auch das unbegleitete Lernen. Es mangelt – insbesondere bei lernschwachen Lehrlingen – an ausreichend Erklärung und Unterstützung durch die BerufsschullehrerInnen. Der Erfolg des Distance Learnings hängt stark vom Bemühen der PädagogInnen ab, die Jugendlichen dürften hier aber nicht den Nachteil daraus ziehen. 

Die Schulschließungen sind eine Katastrophe für die Zukunft junger Menschen. Susanne Hofer, ÖGJ-Vorsitzende

Aber auch die technische Ausrüstung ist wichtig: Für die Schulen des Bundes sind laut Bildungsministerium derzeit 10.000 EDV-Geräte im Einsatz, die Landesberufsschulen sind von dieser Maßnahme nicht umfasst. Die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) startet deshalb in Kooperation mit der Arbeiterkammer jetzt eine Initiative, um Lehrlinge mit Laptops zu unterstützen. Die Bedarfserhebungen sind bereits im Gange; in Wien ist diese bereits abgeschlossen, 407 Lehrlinge haben sich gemeldet. 

Die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) fordert für die Ausbildung von Lehrlingen: 

  • BerufsschülerInnen mit Laptops/Tablets und kostenlosem Internetzugang ausstatten, um Voraussetzungen für Distance Learning umgehend zu ermöglichen.  
  • Schaffung von Lernmöglichkeiten in den Berufsschulen, damit Lehrlinge auch in der Berufsschule lernen können.  
  • Garantie für die Durchführung der anstehenden Lehrabschlussprüfungen (LAP). 
  • BerufsschülerInnen von Abschlussklassen, all jene deren Lehrabschlussprüfung zeitnahe stattfindet, sollen vorrangig beim Präsenzunterricht behandelt werden. Es braucht umgehend Klarheit, wie es in den Berufsschulen weitergeht.

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