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Massentests: Fragen und Antworten

Oegb.at beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Massentests

Mit der Salzburger Gemeinde Annaberg-Lungötz begannen am 1. Dezember die Massentests. Gute zwei Wochen später ist die erste Testreihe nun fast vorbei. Fazit: Mehr als zwei Millionen TeilnehmerInnen (bei rund 8,9 Millionen EinwohnerInnen) wurden bei der ersten Corona-Massentestreihe verzeichnet. Dabei wurden - mit PCR-Nachtestungen - mehr als 4.000 Infizierte gefunden.

Durch den Startschuss der Massentets und einer möglichen Wiederholung im Jänner tun sich neue Fragen auf. Manche können bereits jetzt beantwortet werden, andere hingegen können erst dann vollständig geklärt werden, wenn es erste Erfahrungswerte gibt. Oegb.at hat sich die wesentlichsten Fragen dazu angesehen.

Wer wird zuerst getestet?

Breit angelegte Tests haben in Vorarlberg, Tirol und Salzburg bereits Anfang Dezember begonnen, begründet wurde diese Entscheidung mit dem hohen Infektionsgeschehen in diesen Bundesländern. Eigentlich geplant war, dass Lehrpersonal und KindergartenpädagogInnen mit dem ersten Dezemberwochenende beginnen (5. und 6. Dezember) - das wären etwa 200.000 Personen. Danach sollte die Polizei am 7. und 8. Dezember folgen (rund 40.000 Personen).

Frage der Woche: Gut die Hälfte der ÖGB-Community war beim Massentest

Was heißt es für mich, wenn das Ergebnis positiv ist?

Wenn das Testergebnis positiv ist, werden jene Maßnahmen schlagend, die auch bislang bei Covid-positiven Personen angewandt wurden: Quarantäne, Kontaktbeschränkung und Meldung an den Arbeitgeber (sofern berufstätig). Laut aktuellem Informationsstand soll jedoch auch ein zweiter Test erfolgen.


Hast du dich mit Covid-19 infiziert und ist der Verdacht auf einen beruflichen Zusammenhang gegeben, solltest du deinen Betriebsrat oder Arbeitgeber davon in Kenntnis setzen und sie dazu veranlassen diese an den jeweiligen Unfallversicherungsträger zu melden. Mehr dazu lesen
 

Was heißt es für mich, wenn das Ergebnis negativ ist?

Dies ist natürlich eine erfreuliche Information – das Ergebnis zeigt aber nur die Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Testung. Wichtig ist daher, auch mit einem negativen Testergebnis alle empfohlenen Maßnahmen - insbesondere Hygienevorkehrungen, passende Abstände und minimale persönliche Kontakte – weiterhin einzuhalten.

Ist das Testergebnis überhaupt sicher?

Kein Test ist grundsätzlich fehlerfrei. Daher können Testergebnisse auch unter Umständen falsch liegen. Wichtig ist hierbei die so genannte „Sensitivität”, also: Wie viele Personen, die infiziert sind, erkennt der Test als infiziert an. Auch wichtig ist die so genannte „Spezifität”, die besagt, zu wie viel Prozent ein Test eine gesunde Person auch als gesund erkennt.

Von Herstellerseite wird oft eine nahezu 100-prozentige Sensitivität und Spezifität für PCR-Tests angegeben. Allerdings: Diese guten Werte gelten unter Laborbedingungen. Sie dürften in der Praxis selten erreicht werden, schon weil beim Testen selbst Unsicherheitsfaktoren hinzukommen. Fehler können beispielsweise bei der Entnahme der Proben entstehen oder auch, wenn die Proben falsch transportiert werden.

Auch der Zeitpunkt der Probenentnahme spielt eine Rolle. Wenn aber alle Kriterien eingehalten werden, was durch die zunehmende Erfahrung mit Tests immer mehr der Fall ist, gelten die Tests als sehr zuverlässig.

Ist es gefährlich, sich testen zu lassen bzw. gibt es irgendwelche gesundheitlichen Bedenken?

Grundsätzlich nein, der Test an sich ist vollkommen unbedenklich. Zudem sind die Behörden, die Krankenanstalten und das Personal, das die Tests durchführt, zu ihrem eigenen Schutz und natürlich auch zum Schutz der zu Testenden sehr vorsichtig. Überaus wichtig sind jedoch ein gutes Terminmanagement, ein Sicherheitskonzept sowie die Bereitstellung von ausreichend qualifiziertem Personal, um ein mögliches Infektionsrisiko auszuschließen – dies ist ein entscheidender Punkt, der vor Durchführung der Tests umfassend geplant und festgelegt sein muss.

Bräuchte es nicht wiederholt Testungen?

Der Österreichische Gewerkschaftsbund begrüßt die angekündigten Massentests, warnt aber gleichzeitig davor, diese ohne langfristige Teststrategie umzusetzen. Was es braucht, ist eine langfristige bundesweit einheitliche Planung und mehrere Tests in kurzen Abständen – prioritär jedenfalls bei Menschen, die dem Virus verstärkt am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Wichtig ist auch, dass die Ressourcen für die Testungen nicht zulasten des Personals im Gesundheitssystem gehen dürfen. Die Situation in den Spitälern und beim Personalstand ist dramatisch und es darf wegen den Massentests zu keinen weiteren Engpässen in anderen gesundheitlichen Bereichen kommen.


ÖGB zu den Massentests 

- Der ÖGB unterstützt eine breite Teststrategie grundsätzlich - damit es auch wirklich etwas bringt, darf es aber nicht bei einer einmaligen Testung bleiben.
- Die Tests müssen freiwillig sein. Niemand darf dazu gezwungen werden.
- Besonders gefährdete Gruppen müssen Vorrang haben. Aus arbeitsrechtlicher Perspektive bleiben etliche Fragen ungeklärt.
- Die Regierung muss hier rasch Antworten liefern und Klarheit für ArbeitnehmerInnen, aber auch für Unternehmen, schaffen.
 

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