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Sterben für den Fußball

Bauarbeiter werden wie Sklaven gehalten, Hungerlöhne, keine Rechte

2022 soll die Fußball-WM in Katar stattfinden. Katar gilt als reichstes Land der Erde. Beim Bau der WM-Stadien macht sich das nicht bemerkbar: Nepalesische Bauarbeiter werden wie Sklaven gehalten, arbeiten unter menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Bedingungen. Schon jetzt gibt es hunderte tote Bauarbeiter. Bis zur WM werden wahrscheinlich bis zu 4.000 Arbeiter sterben, schätzt der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB).

Ziehen das durch

Die Veranstalter lässt das alles kalt: Fifa-Chef Joseph Blatter bedauerte zwar die Todesfälle, sagte aber, der Fußball-Weltverband wäre für Arbeitsbedingungen in Katar nicht zuständig. An einen anderen Ort denkt Blatter nicht. "Wir wollen Katar, wir ziehen das durch." Der Anwalt Ramesh Badal aus der nepalesischen Gewerkschaft GEFONT vertritt nepalesische Arbeiter, die in Katar gearbeitet haben. "Was in Katar geschieht ist moderne Sklaverei", berichtete er. "Die Arbeiter haben keine Rechte, die vereinbarte Bezahlung wird nicht eingehalten, sie hausen in Räumen ohne Fenster, für 40 Personen gibt es ein einziges WC. Dagegen hilft nur ein weltweiter Aufschrei." Die Fifa habe es in der Hand, die Lage zu ändern, so Badal, daher müsse der Druck dorthin verstärkt werden.

Anderes Jahrhundert

Der marokkanische Fußballer Abdeslam Ouaddou spielte bei einem Verein in Katar: "Ich war in einer anderen Lage als die Arbeiter aus Nepal oder Bangladesch, denn ich bin Fußballer", sagte er. "Deshalb habe ich die Verantwortung und die Pflicht, den Menschen die Augen über die unmenschlichen Bedingungen in Katar zu öffnen. Die Praktiken, die es hier gibt, sind aus einem anderen Jahrhundert."

Eine Schande

Tim Noonan (IGB) leitet die Kampagne "Re-Run the Vote". "Es ist eine Schande, dass so ein schönes und wichtiges Ereignis, die Fußball-WM, auf Sklaverei aufbaut." Zwei Jahre lang hätte der IGB auf die Lage aufmerksam gemacht, nichts sei geschehen. "Jetzt hat das Schweigen ein Ende, aber jeder Tag ohne Veränderung heißt ein toter Arbeiter mehr. Daher muss jetzt der Druck verstärkt werden. Jeder einzelne Mensch auf der Welt kann helfen, die Veränderung können wir aber nur gemeinsam erreichen."

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