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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

„15-Jährige gehören an kein Pflegebett“

Um Personalmangel zu beheben, muss der Pflegeberuf attraktiver werden. Pflegelehre ist keine Lösung

Wie schafft man es, sinnvoll auf den drohenden Pflegemangel in Österreich zu reagieren? Diese Frage ist es, die die Regierung und viele Menschen berührt. Die einen auf politischer Ebene, die anderen, weil es sie unmittelbar betrifft.

Im türkis-grünen Regierungsprogramm wird der vage Entwurf einer Pflegelehre unter Berücksichtigung des Alters genannt. In anderen Worten: Junge Menschen sollen eine Pflegelehre machen können. Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), warnt vor einer Belastung für Jugendliche und die zu Pflegenden: „Die Lehre ist für den Pflegeberuf die falsche Ausbildungsform. 15-Jährige gehören an kein Pflegebett.“ Eine Lehre würde Jugendliche, die in diesem Alter oft nicht wissen, worauf sie sich einlassen, unzumutbaren psychischen und physischen Belastungen aussetzen. 

Aufwertung der Ausbildung

Die Pflegelehre ist der falsche Weg, um dem Personalmangel in der Branche entgegenzuwirken. Um den Pflegeberuf für junge Menschen nachhaltig attraktiver zu machen, braucht es stattdessen eine Aufwertung der Ausbildung. Die Pflege ist ein sensibler und emotionaler Arbeitsbereich, mit dem Erwachsene schon schwer fertig werden. Das überfordert die jungen und auch die kranken Menschen, und das Ergebnis wäre, dass viele Jugendliche die Ausbildung abbrechen.

Die Pflege ist ein sensibler und emotionaler Arbeitsbereich

Keine billigen Arbeitskräfte

„Jugendliche dürfen nicht als billige Arbeitskräfte für Hilfsdienste eingesetzt werden, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, unterstreicht Susanne Hofer. „In einer BHS für Pflegeassistenzberufe soll modulhaft die Ausbildung zur Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz absolviert werden können. Dadurch kann auch gewährleistet werden, dass Jugendliche nicht zu früh den psychischen Belastungen von Pflegearbeit ausgesetzt sind“, schlägt Hofer vor.

Doch das ist nicht alles: Neben der Ausbildung müssen auch die Arbeitsbedingungen dringend verbessert werden: Höhere Bezahlung, fairere Arbeitszeitmodelle und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie wären auch für die Jugendlichen Anreize, sich eher für den Pflegeberuf zu interessieren.

Höhere Bezahlung, fairere Arbeitszeitmodelle und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Was wir für eine gute Pflege wirklich brauchen

  • Nachhaltige Sicherstellung der Finanzierung der Pflege durch die Einführung einer allgemeinen Vermögenssteuer (Millionärssteuer) und die Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer

  • Wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Entlohnung des Pflegepersonals

  • Pflegeheime, Tagesbetreuungszentren und betreutes Wohnen in allen Regionen sowie den flächendeckenden Ausbau der mobilen Dienste, Pflegeheime, Tageszentren, alternative Wohnformen, Hospize und Palliativeinrichtungen

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