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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Weihnachtsgeld ist kein Geschenk

13. und 14. Einkommen gibt's nur dank dem Kollektivvertrag

Wenn Weihnachten naht, freuen sich die meisten ArbeitnehmerInnen über ein zusätzliches Gehalt, das Weihnachtsgeld. Ohne das könnten es sich viele nicht leisten, Geschenke zu kaufen. Für viele Beschäftigte sind die Sonderzahlungen so selbstverständlich wie die jährliche Gehalts- oder Lohnerhöhung. Manche glauben, darauf gebe es sogar einen gesetzlichen Anspruch. Dem ist aber nicht so. oegb.at beantwortet aktuelle Fragen.

Warum bekomme ich Weihnachtsgeld?

Weil die zuständige Gewerkschaft das für deine Branche in den Kollektivvertrag verhandelt hat. Das Weihnachtsgeld (=Weihnachtsremuneration oder 13. Lohn/Gehalt) ist wie das Urlaubsgeld (auch Urlaubszuschuss, Urlaubsbeihilfe oder 14. Lohn/Gehalt genannt) eine Sonderzahlung, die der Arbeitgeber bezahlen muss, wenn der Kollektivvertrag das vorsieht – und kein Geschenk des Arbeitgebers.

Welcher Kollektivvertrag gilt für mich?

Der gültige Kollektivvertrag muss im Betrieb aufliegen. Auskunft gibt natürlich auch die Gewerkschaft, bei der Sie Mitglied sind. Alle Kollektivverträge finden Sie unter: www.kollektivvertrag.at

Gibt es auch gesetzliches Weihnachtsgeld?

Nein. 13. und 14. Lohn/Gehalt gibt es nur dort, wo es die Kollektivverträge vorsehen. Atypisch Beschäftigte, wie Freie DienstnehmerInnen oder WerkvertragsnehmerInnen, bekommen keine Sonderzahlungen. FerialpraktikantInnen, die für die Zeit des Praktikums angestellt sind, steht für diese Zeit ein aliquoter Anteil an Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu.

Was hat das Weihnachtsgeld mit Weihnachten zu tun?

Abgesehen von der Bezeichnung gar nichts. Trotz der religiös anmutenden Bezeichnung bekommen alle ArbeitnehmerInnen im jeweiligen Kollektivvertrag Weihnachtsgeld, egal welcher Religion oder Herkunft.

Kann das Weihnachtsgeld auf bestimmte ArbeitnehmerInnen-Gruppen beschränkt werden?

Das Weihnachtsgeld steht allen ArbeitnehmerInnen im jeweiligen Kollektivvertrag zu. Es darf weder als Belohnung für einzelne ArbeitnehmerInnen eingesetzt werden, noch dürfen bestimmte Gruppen ausgenommen werden. Auf die kollektivvertragsgemäße Entlohnung kann man auch nicht freiwillig verzichten. Weihnachtsgeld nur mehr bestimmten ArbeitnehmerInnen auszubezahlen, wäre aber auch gesamtwirtschaftlich sehr gefährlich. Wenn nämlich bestimmte ArbeitnhemerInnen kein Weihnachtsgeld mehr bekommen würden, dann wären sie für den Arbeitgeber billiger. Er würde sie bevorzugt anstellen. Das würde den Lohndruck erhöhen, und die Dumpingspirale dreht sich nach unten, und im Endeffekt würden alle weniger verdienen.

 

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