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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Reichensteuer überfällig

97 Prozent für Vermögenssteuer, ergibt ÖGB-Umfrage auf Facebook

Kurz vor dem dritten ÖGB-Sommerdialog zum Thema „Steuergerechtigkeit“ wollte der ÖGB auf Facebook von seinen Usern wissen, was sie von Vermögenssteuern für das oberste 1 Prozent halten. 960 TeilnehmerInnen haben abgestimmt. Auch wenn so eine Umfrage natürlich nicht repräsentativ ist – das Ergebnis ist eindeutig: 97 Prozent sagen: „Schon lange überfällig!“

„Find ich gerecht! Ab 1 Mille sollens blechen“

„Find ich gerecht! Ab 1 Mille sollens blechen“, hat etwa X. M. unter die Facebook-Umfrage gepostet. Übrigens fordert auch die EU, dass in Österreich große Vermögen höher besteuert werden. Kein Wunder, nur in wenigen europäischen Ländern ist das Steuer-Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Vermögen noch größer als hierzulande: in Estland und in Tschechien.

ArbeitnehmerInnen sorgen mit Lohn- und Konsumsteuern für 80 Prozent der Steuereinnahmen. Die Abgabenbelastung österreichischer ArbeitnehmerInnen ist im Vorjahr noch weiter gestiegen. Das geht aus der im April veröffentlichten OECD-Steuerstudie „Taxing Wages“ hervor.

Das Vermögen wurde bereits versteuert?

Auch Gegner der Millionärssteuer haben sich auf Facebook geäußert. Häufige Begründung: Doppelbesteuerung. Thomas K. etwa schreibt: „Ganz ehrlich, viele von denen haben schon Lohnsteuer, KESt usw. gezahlt als sie dieses Geld verdient haben. Also warum das ganze nun ein zweites Mal versteuern. Es steht jedem zu, mit seinem Vermögen zu spekulieren bzw. sparen, klar ist jedoch, dass mehr Geld mehr Ertrag bringt. Nur weil jemand durch Ausbildung, Arbeit und Fleiß Geld verdient muss man ihn nicht bestrafen.... 😖“

Allerdings liegt es in der Natur des Steuersystems, dass Geld immer wieder besteuert wird. Ein Beispiel: Jemand bekommt für seine Arbeit Lohn – der wird natürlich versteuert, mit der Lohnsteuer. Kauft er sich dann um den bereits versteuerten Lohn eine Wurstsemmel, wird das Geld wieder versteuert, nämlich mit der Mehrwertsteuer. Kauft er hingegen nichts um das Geld, sondern kann es sparen, dann würde künftig eben Vermögenssteuer anfallen.

Wie wäre es denn mit den obersten zehn Prozent?

Kritische Anmerkungen kommen aber auch von erklärten Fans der Vermögensbesteuerung. Manche fragen sich etwa, warum sie nicht schon längst beschlossen wurde. Oder wie es dann sein kann, dass eine Forderung, die so breite Unterstützung unter der Bevölkerung findet wie Millionärssteuern, von der Politik so konsequent ignoriert wird. Und manchen ist eine Steuer nur für die Allerreichsten 1 Prozent zu wenig. Marc F. auf Facebook: „Wie wäre es denn mit den obersten 10%?“

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