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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Klimawandel und Mobilität hängen zusammen

Einfach Autos zu verbieten ist nicht die Lösung, es braucht einen massiven Ausbau des Öffentlichen Verkehrs

Einfach Autos zu verbieten ist nicht die Lösung, es braucht einen massiven Ausbau des Öffentlichen Verkehr. Symbolfoto: Zug Es braucht neue umweltfreundliche, leistbare und attraktive Lösung, deren zentrale Basis der Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit leistbaren Tarifen und engen Intervallen ist.

Die Treibhausgasemissionen im österreichischen Verkehr sind seit den 1990er-Jahren um über 70 Prozent angestiegen – damit handelt es sich hier um den größten Problemsektor des Klimawandels, neben der Industrie. Dass Projekte der ehemaligen schwarz-blauen Bundesregierung, wie Tempo 140 auf der Autobahn, die CO2-Belastung auch in Zukunft nicht reduzieren werden, liegt auf der Hand. Österreich muss allerdings einen Weg finden, um die Treibhausgasbelastung so schnell wie möglich zu verringern.

Streitpunkt CO2-Steuer

Unser Steuersystem muss gerechter und ökologischer werden. Sogenannte Öko-Steuern, wie die aktuell viel diskutierte CO2-Steuer, sind allerdings kein Allheilmittel. Dadurch werden die Kosten auf die VerbraucherInnen abgewälzt, denn Steuererhöhungen treffen meist die untersten Bevölkerungsschichten, die ohnehin am meisten unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden.


Eine Erhöhung der Treibstoffsteuer würde sich vor allem auf Bevölkerungsgruppen, die berufsbedingt auf ihr Auto angewiesen sind, sehr negativ auswirken. Laut aktuellen Zahlen der Arbeiterkammer legen im Schnitt österreichweit zwei Drittel aller Erwerbstätigen ihren Arbeitsweg mit einem PKW und nur ein Drittel zu Fuß, mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Das bedeutet, dass fast 1,5 Millionen Beschäftigte täglich mit dem Auto in die Arbeit pendeln.


„Wir müssen darauf achten, dass die Umstrukturierungen in den Produktionsprozessen und der Arbeitswelt nicht zulasten der ArbeitnehmerInnen und einkommensschwacher Haushalte gehen“, betont auch vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit. „Es braucht vor der Einführung neuer Steuern immer zuerst eine marktfähige Alternative, um ein gewünschtes Verhalten hervorzurufen.“

Es braucht neue Mobilitätskonzepte

Um die Menschen vom Auto wegzubringen, muss man ihnen gute Alternativen und Anreize bieten – Verbote allein werden nicht den gewünschten Effekt bringen. Es braucht neue umweltfreundliche, leistbare und attraktive Lösung, deren zentrale Basis der Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit leistbaren Tarifen und engen Intervallen ist. Moderne Mobilitätskonzepte wie Car-Sharing und Sammeltaxis müssen weiter gestärkt und das Schienennetz ausgebaut, Steuersubventionen für den internationalen Flug- und Schiffsverkehr hingegen endlich gestrichen werden.


Weitere Forderungen des ÖGB, um die C02-Belastung im Verkehrssektor einzudämmen, sind der Ausbau der Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs, die Verlegung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene und eine flächendeckende LKW-Maut auf Landes- und Gemeindestraßen, um das Ausweichen in Wohnorte zu stoppen.

4-Tage-Woche als Beitrag zum Klimaschutz

Der ÖGB fordert das Recht auf die Vier-Tage-Woche, damit alle ArbeitnehmerInnen von flexiblen Arbeitszeiten profitieren. Die knapp 1,5 Millionen Beschäftigte, die mit dem Auto in die Arbeit fahren, pendeln im Schnitt 36 km pro Tag. Eine Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 4 Tage würde daher eine massive CO2-Einsparung bringen – selbst wenn eine Person auch am freien Tag das Auto nutzt. Damit könnte jährlich etwa ein Prozent des CO2-Ausstoßes des Verkehrssektors in Österreich reduziert werden. Die 4-Tage-Woche wäre daher auch ein Schritt in Richtung Klimaschutz.

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