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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Nur Lohnerhöhungen retten uns die Konjunktur

Lohn-/Gehaltserhöhung nützt Nachfrage nützt Wirtschaft nützt Arbeitsmarkt nützt uns allen

Es ist der private Konsum, der die Konjunktur stützt. Deshalb: Lohnerhöhungen!

Arbeitskampf in der Gießereiindustrie, Betriebsversammlungen bei den Brauern, beleidigende Arbeitgeber-Sprüche im Handel, kein Angebot für die Beamten: Es hakt in der Herbstlohnrunde, weil die Arbeitgeber ihren Beschäftigten keine anständigen Lohn- und Gehaltserhöhungen geben wollen. Dabei würden die für mehr Konsum sorgen, die Wirtschaft ankurbeln, die Konjunktur retten und Arbeitsplätze schaffen. Eine Multi-Win-Situation also.

Deutliche Einkommenssteigerungen mildern die wirtschaftliche Abkühlung in Österreich. Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo)

Lohn- und Gehaltserhöhungen fließen zu 95 Prozent in die Wirtschaft. Sie sind der wesentliche Faktor, der die Konjunktur stabilisiert. Vor allem in den Jahren 2020 und 2021 stützen deutliche Einkommenssteigerungen bei den privaten Haushalten die Konsumausgaben der Verbraucher, wirken dem internationalen Sog entgegen und mildern die wirtschaftliche Abkühlung in Österreich, erklärte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) Anfang November zu seiner Mittelfrist-Prognose.

Von höheren Einkommen profitieren auch Unternehmen, Arbeitsmarkt und Allgemeinheit

Von höheren Löhnen profitieren zuerst die ArbeitnehmerInnen, dann die Unternehmen durch den höheren Konsum. Durch die höhere Nachfrage entstehen neue Arbeitsplätze – und dann profitiert wiederum die Allgemeinheit, denn die zusätzlichen ArbeitnehmerInnen zahlen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

KV-Erhöhungen bringen mehr als doppelt so viel wie der Familienbonus

Wie groß der Effekt von mehr als vier Milliarden Euro ist, zeigt der Vergleich: Das Wifo hat die Wirkung des Familienbonus für die Jahre 2019 zusammen mit 2020 mit 1,64 Mrd. Euro berechnet. Dieser Einkommenszuwachs ist also wesentlich geringer, als er über die KV-Abschlüsse erzielt wird.

Dazu kommt, dass von den mehr als 1 Million Haushalten mit Kindern rund 454.500 vom Familienbonus gar nichts oder nur wenig bekommen. Die Gewerkschaften schließen Kollektivverträge hingegen meistens so ab, dass niedrigere Einkommen überdurchschnittlich erhöht werden.

Was noch notwendig ist, um die Konjunktur anzukurbeln

  • Investitionen in den öffentlichen Verkehr vorziehen. Öffentliche Verkehrsmittel ausbauen, Intervalle verkürzen, Bahnhöfe und Züge modernisieren, E-Busse nützen.
  • Wohnungsnot verhindern, in Klimaschutz investieren. Öffentlichen Wohnbau ausbauen, Wohnungen mit sauberen Heizungen ausstatten, Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Gebäude thermisch sanieren.
  • Energienetze rasch ausbauen: Die Stromleitungen sind an der Kapazitätsgrenze. Die Stromnetze müssen ausgebaut werden – die Investitionen dazu sind bereits auf europäischer Ebene genehmigt. Ähnliches gilt für grenzüberschreitende Gasnetze.
  • In Ausbildung investieren. Gerade im Wirtschaftsabschwung brauchen Jugendliche eine Perspektive – ohne Ausbildung haben sie ein dreifach höheres Risiko, arbeitslos zu werden.
  • In Klimaforschung investieren. Mehr Geld für Forschung in den Bereichen Energie- und Klimaschutz. Steuererleichterungen für Unternehmer an Investitionen in Österreich koppeln.

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