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Mit der Nachtgastro sterben tausende Arbeitsplätze

Österreichs Nachtclubs bleiben geschlossen. Lösungen gibt es keine und damit auch keine Perspektive für tausende KellnerInnen, DJs, Barkeeper, Türsteher, Lieferanten und Co.

Auch wenn Bars und Nachtclubs theoretisch bis 1 Uhr öffnen dürfen, rentiert sich dieses Geschäft nicht.
Auch wenn Bars und Nachtclubs theoretisch bis 1 Uhr öffnen dürfen, rentiert sich dieses Geschäft nicht.

Mit einem Schlag war alles zu. Mitte März wurde Österreich auf Notbetrieb geschalten – danach Schritt für Schritt Lockerungen beschlossen. An alle wurde gedacht: Den Handel, den Bau, die Dienstleistungen und sogar an die Gastronomie – mit einer Ausnahme: Nachtlokale, Bars und Kneipen bleiben überwiegend geschlossen.

Auch wenn sie theoretisch bis 1 Uhr öffnen dürfen, rentiert sich dieses Geschäft nicht. Denn wer von 22 bis 1 Uhr öffnet, hat mehr Ausgaben als Einnahmen. Den großen Umsatz machen Discos ohnehin erst zu späterer Stunde. Daher heißt es für Tausende in dieser Branche Kurzarbeit und Angst vor Arbeitslosigkeit. 

Pleite statt Beats 

Bitter ist das sterbende Nachtleben nicht nur für junge Menschen, die sich normalerweise am Wochenende die Seele aus dem Leib tanzen, sondern auch für alle, die in dieser Branche arbeiten. Und hier geht es nicht nur um KellnerInnen und Barkeeper, auch die Jobs der Türsteher, DJs, Reinigungskräfte und Zulieferer hängen an den Pleiten der Nachtlokale.

2.900 Bars, Tanzlokale und Diskotheken sind österreichweit von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betroffen. Und damit sind auch Tausende Arbeitsplätze gefährdet. Lösungen hat die Bundesregierung für diese Branche bisher nicht auf den Tisch gelegt.  

Fixkostenerstattung gefordert 

Dass es die Bundesregierung bisher nicht geschafft hat, Lösungen für die Nachtgastronomie zu schaffen, kritisieren nicht nur die Beschäftigten. Diese sind seit Wochen in Kurzarbeit oder bereits arbeitslos und stehen ohne Perspektive da.

Auch die UnternehmerInnen werden von der Bundesregierung im Dunklen gelassen. "Finanzminister Blümel hat zwar eine 100-prozentige Abdeckung der Fixkosten angekündigt, Modalitäten fehlen aber weiter", kritisierte auch der Obmann des Verbandes Österreichischer Nachtgastronomen (VÖNG), Stefan Ratzenberger, in einer APA-Aussendung. Wenn im Herbst die Kurzarbeit II ausläuft, droht eine Kündigungswelle und tausende Arbeitslose mehr drängen auf einen geschwächten Arbeitsmarkt.  

Die Kosten für eine Fixkostenerstattung für zumindest jene Betriebe, die gar nicht offen haben, wären mit 10 bis 15 Millionen überschaubar, rechnet Ratzenberger vor. Die Betriebe, die teilweise offen haben, erhalten eine gestaffelte Hilfe je nach Umsatzausfall. Damit werden aber nicht nur die Unternehmen gerettet, sondern auch tausende ArbeitnehmerInnen. 

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